Demis Volpi wird Nachfolger von Martin Schläpfer beim Ballett am Rhein

Von Andreas Falentin am 15.03.2019 • Bild: Andreas Endermann

Es ist ein großer Glücksfall für die Theaterehe der Städte Düsseldorf und Duisburg. Dabei war zu befürchten gewesen, dass das Ballett am Rhein durch den 2021 bevorstehenden Abgang von Martin Schläpfer nach Wien die Strahlkraft einbüßen könnte, die Schläpfer und sein Ensemble dem Tanz hier in den letzten zehn Jahren verliehen haben. Nun hat der junge Deutsch-Argentinier Demis Volpi einen bis 2024 reichenden Dreijahres-Vertrag am Rhein unterschrieben.

Volpi, der zuletzt Hauschoreograph in Stuttgart war, ist nicht nur ein angesehener und trotz seiner Jugend – ein genaues Geburtsjahr ist allerdings nicht zu ermitteln – mit Preisen bereits hoch dekorierter Nachwuchschoreograph. Er ist zudem gut vernetzt und bringt viel internationale Erfahrung  mit nach Düsseldorf. Vor allem versteht sich Demis Volpi auch als Regisseur. Sogar im engeren Sinne. Besonders seine Umsetzung der Britten-Oper „Death in Venice“ in Stuttgart und zuletzt seine aus Musiken von Cherubini und Xenakis und Texten von Heiner Müller kompilierte „Medée“ in Saarbrücken zeigen, dass hier jemand auch angetreten ist, um dem traditionell in Sparten aufgeteilten deutschen Stadttheatersystem durch kreative Verzahnung der Bereiche neue Lebenskraft zuzuführen.

Was für eine schöne Perspektive also nicht nur für das Ballett der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt, sondern auch und vor allem für das Mutterhaus, die Deutsche Oper am Rhein, die zuletzt nicht unbedingt durch ästhetische Innovationen von sich reden gemacht hat!