Zum Tod des Schauspielers Peter Maertens

Von Detlev Baur am 14.07.2020 • Bild: Krafft-Angerer
Das Bild zeigt: Peter Maertens (r.) in seiner letzten Rolle „Besuch bei Mr. Green" (mit Steffen Siegmund l.)

Vor allem in seiner Heimatstadt Hamburg hinterließ Peter Maertens in zahlreichen Rollen charaktervolle Spuren. Der Sohn des langjährigen Thalia-Intendanten Willy Maertens war mit einer kleinen Unterbrechung von 1961 fast 60 Jahre lang Mitglied des Ensembles. Hier stand er auch mit seinen Kindern Miriam, Michael und Kai auf der Bühne.

In der Intendanz von Jürgen Flimm spielte Peter Maertens etwa in „Die Stunde da wir nichts von einander wussten“ von Peter Handke in der Regie von Jürgen Gosch (1996) und „Harrys Kopf“ von Tankred Dorst in der Regie von Jürgen Flimm (1997). Ab 2000 (Intendanz Ulrich Khuons) trat er u.a. in Inszenierungen von Stephan Kimmig und Andreas Kriegenburg auf. In den letzten Jahren arbeitete er intensiv mit den Regisseuren Nicolas Stemann, Luc Perceval und Christopher Rüping zusammen. Seine letzte Rolle war im Zweipersonen-Stück: „Besuch bei Mr. Green“ von Jeff Baron.

Im Alter von 88 Jahren ist der Schauspieler am 11. Juli in seiner Heimatstadt Hamburg gestorben. Das Thalia Theater „trauert um einen großen Theatermann und Charakterdarsteller, der vom Publikum bis zum Schluss zutiefst verehrt wurde.“

Ich selbst sah Peter Maertens zuletzt am vergangenen Wochenende: als Ur-Ur-Ur-Großvater eines von Michael Maertens gespielten Reim-Verfluchten Hamburger Großbürgers in der grandiosen „Tatortreiniger“-Folge „Der Fluch“. Am Ende verbschiedet sich der schießende Verseschmied wieder aus der Welt und steigt zurück ins Bild. Aus Begeisterung über dieses Fernseh-Juwel schaute ich es gleich zweimal an.