Theater Bonn https://die-deutsche-buehne.de/taxonomy/term/1885 de Jonathan Dove: Marx in London https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/ohne-brisanz <span>Jonathan Dove: Marx in London</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>Mo., 10.12.2018 - 13:47</span> <div><p>Die Idee macht neugierig, zumal sie verkaufssteigernd mit einem Anlass verknüpft ist. Eine Musiktheaterproduktion, die einen Tag im Leben einer historischen Persönlichkeit theatralisch gestaltet. Und zwar von Karl Marx – im „Marx-Jahr“ seines 200. Geburtstags. Dazu kommt der Komponist Jonathan Dove, der einerseits schon erfolgreich am Theater Bonn aufgeführt wurde und andererseits langfristig das aktuelle Ensemble des Hauses unter die Lupe nahm, um ihm Partien in die Kehlen zu schreiben. Und die Sängerinnen und Sänger danken es mit formidablen Leistungen, voran Johannes Mertes als heldentenoral auftrumpfender aber auch über ein feines Parlando verfügender Engels und Ceri Williams mit pastosem und dennoch beweglichem Monster-Alt als vom Meister begehrte Haushälterin und Mutter seines ungeborenen Kindes. Im Zentrum natürlich Karl Marx, in Gestalt von Mark Morouse mit überraschend viel, überraschend lyrischer Bariton-Eleganz. Seine Tochter ist die vor Ausdrucksfreude und Sangeslust sprühende Marie Heeschen, seine Frau ist bei Yannick-Muriel Noah eine groß dimensionierte, das Haus mit ihrem Klang flutende Operndiva. Dazu die wunderbar frisch klingenden Tenöre Christian Georg und David Fischer. Was für ein großartiges Ensemble! Und David Parry macht Dampf im Graben, macht die verschiedenen Schichten, aus denen Doves Musik zusammengesetzt ist, transparent und erlebbar durch rhythmische Präzision und eigenständige, musikantische Akzentsetzungen. Und Chor und Beethoven Orchester folgen hingebungsvoll und – offensichtlich – wohlgestimmt.</p> <p>Auch der Raum von Hank Irwin Kittel überzeugt voll. Bühnenbreite und -hohe Wände irgendwo zwischen Metallskulptur, Hausfassade und Setzkasten. Wagen, die von als ausgemergelte Opfer der Industrialisierung maskierten Statisten bewegt werden, formulieren Spielorte. Die Atmosphäre stimmt. Und die Geschichte, wenn man sie so nennen will, vermittelt sich: Ein Leben zwischen hochfliegenden Gedanken, klarem, analytischem Verstand und Unfähigkeit in lebenspraktischen Dingen, das Porträt eines zugewandten Egozentrikers, eines heiteren Cholerikers, abwechslungsreich und timingsicher präsentiert.</p> <p>Und doch geht man unzufrieden, fast ärgerlich nachhause. Weil letztlich alle diese Komponenten nicht zu einer tragfähigen, begeisternden Aufführung führen. Unter dem Titel steht „eine Komödie“. Aber es wird kaum gelacht. Und es bleibt einem auch nichts im Halse stecken. Zumindest kein Lachen. Das englischsprachige Libretto von Charles Hart hat durchaus seine Pointen. Aber ihre Dichte könnte höher sein. Und fast alle kommen nicht zum Tragen, weil sie von Jürgen R. Webers über weite Strecken handwerklich sauberer Inszenierung in wurschtigen Ausritten, etwa auf der mannshohen Pistole, gestisch verdoppelt werden. Oder weil die Musik sie mit ihrer breit ausschwingenden Komplexität erdrückt. Dove Musik sich einerseits kundig in der britischen Musikgeschichte. Chorsätze und Solophrasen suchen etwa schon mal die Nähe zu Benjamin Britten (besonders zu „Peter Grimes“). Dazu kommt große Oper, besonders für Jenny Marx und viel klassisches, britisch und us-amerikanisch grundiertes Unterhaltungsmusiktheater. Das ist nicht schlimm, wird aber durch sägende, an die Minimal Music erinnernde, ständig wiederholte rhythmische Kleinmotive unterfüttert und nicht selten verhüllt.</p> <p>Das alles wäre lässlich. Die Abwesenheit von inhaltlicher Substanz ist es nicht. Es sei ihm um eine Themensetzung von „politischer Brisanz“ gegangen, äußerte Regisseur und Ideengeber Jürgen R. Weber im Vorfeld. Von dieser ist nichts zu spüren. Sie verliert sich im Klischee. Dabei steht nicht im Vordergrund, dass Karl Marx‘ Ehefrau Jenny ihm Kampfgefährtin, Unterstützerin und häufig auch Beschützerin war und kein leidendes, materialistisches und trunksüchtiges Wrack und dass Friedrich Engels bis zu seinem Tod als Vater von Marx‘ unehelichem Sohn ausgab, statt ihn, wie im Stück, zu „denunzieren“. Es wird sich auch mit Marx‘ Gedanken und Äußerungen allenfalls in oberflächlicher Verzerrung befasst. Und das Ende, der alle miteinander versöhnende Blick auf das abendliche London, ist in seinem bekennenden, vom Regisseur arg schüchtern ironisierten Bekenntnis zum Brachialkitsch als Kunstform zumindest für viele Menschen schwer zu ertragen. Trotz eines wirklich witzigen Schlussverses.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Marx in London</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Ohne Brisanz</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Jonathan Dove</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2018-12-09T12:00:00Z">09.12.2018</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Medialink</div> <div><a href="http://www.theater-bonn.de/oper/spielplan/monatsspielplan/event/marx-in-london/vc/Veranstaltung/va/show/">Backstage-Videos auf der Homepage des Theaters Bonn</a></div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Jürgen R. Weber</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>David Parry</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 10.12.2018 - 13:47</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/marx-2453.jpg?itok=cQlbZbsO" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Jonathan Dove: Marx in London" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/marx-2453.jpg?itok=cDKZs3zo" width="1800" height="1200" alt="Schlussapotheose mit Ensemble: &quot;End of Act two!&quot;" title="Schlussapotheose mit Ensemble: &quot;End of Act two!&quot;" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Schlussapotheose mit Ensemble: &quot;End of Act two!&quot;</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 10 Dec 2018 12:47:24 +0000 Andreas Falentin 11782 at https://die-deutsche-buehne.de Ariane Koch: Wer ist Walter https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/ausgestiegen-abgehauen-unsichtbar <span>Ariane Koch: Wer ist Walter</span> <span><span lang="" about="/user/75" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Guido Krawinkel</span></span> <span>Sa., 06.10.2018 - 12:02</span> <div><p><span>Der Blödelbarde hat’s gewusst: „Walter war nicht groß, war eher klein, trotzdem glaubte er von den Kleinen einer der Größten zu sein“, sang einst Mike Krüger. Vielleicht war es ja dieser Wunsch, einmal groß zu sein, der Walter dazu trieb, sich einfach aus dem Staub zu machen. Es passt allerdings nicht ins Bild: verschwinden. Einfach so und radikal. Trotzdem, Walter tut es. Ist weg. Und jetzt? Keiner weiß es, aber alle reden mit. Alle suchen ihn, aber keiner weiß etwas. Ausgestiegen, abgehauen, unsichtbar, hat sich Walter der Gesellschaft entzogen, verweigert sich dem zivilisatorischen Konsens, bricht aus. Das irritiert, macht ratlos, wirft Fragen nach dem „Warum“ und dem „Was jetzt“ auf.</span></p> <p><span>Autorin Ariane Koch hat sich daran gemacht, diese Fragen aufzuwerfen. Ihr Stück „Wer ist Walter“, das in der Werkstatt des Theaters Bonn uraufgeführt wurde, ist der Versuch, die gesellschaftlichen Mechanismen zu entlarven, die aus einem bloßen Aussteiger einen Mythos machen können. Und einen Helden, den alle suchen, dessen Motive alle entschlüsseln wollen, den alle irgendwie zu verehren scheinen. </span>Kochs Text ist eine exaltierte Mischung aus unterschiedlichsten zu beobachtenden Tendenzen, angefangen von der nicht selten unkalkulierbaren Eigendynamik gesellschaftlicher Narrative über das Verhältnis des Menschen zur Natur bis hin zu der Beobachtung einer zunehmenden Entfremdung einer Gesellschaft, die immer anonymer wird. Vor allem wirft er nämlich die Frage auf, wie gut man seine Mitbürger eigentlich kennt, denn scheinbar wissen die Protagonisten in diesem Stück vor allem eines: wie wenig sie wirklich über Walter wissen.</p> <p><span>Simone Blattner inszeniert das so gut wie alles offenlassende Textkorpus, der von mindestens drei bis hin zu 20 Darstellern gespielt werden kann, mit viel Sinn für Tempo, Situationskomik und absurde Situationen, was durch Bühne (Martin Miotk), Kostüme (Andy Besuch) und Musik (Christopher Brandt) unterstützt wird. Letztendlich hängt es aber am Ensemble, das in Bonn fünf Schauspieler umfasst und mit Lena Geyer, Ursula Grossenbacher, Lydia Stäubli, Gustav Schmidt und Klaus Zmorek echte Typen bieten kann, die den Text schauspielerisch auf die Spitze treiben.</span></p> <p><span>Aber warum verschwindet Walter eigentlich? Und wer ist nun Walter? Der Prototyp eines Zivilisationsverweigerers? Der geschickte, auf seine „15 Minuten Ruhm“ hoffende Profiteur gesellschaftlicher Hypes? Oder doch nur ein armes kleines Würstchen, ein Phantom, ein Zivilisationsmythos, der ohne eigenes Zutun zum Selbstläufer wird? Auch nach 75 Minuten ist man in der Werkstatt des Bonner Schauspiels diesbezüglich nicht wirklich schlauer. Aber zumindest wurde man gut, temporeich und durchaus hintergründig unterhalten. Wer weiß, vielleicht findet der Mob ja doch noch heraus, wer Walter ist bzw. war. Oder vielleicht sind wir ja alle ein bisschen Walter. Wer weiß...</span></p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Wer ist Walter</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Ausgestiegen, abgehauen, unsichtbar</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Ariane Koch</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2018-10-05T12:00:00Z">05.10.2018</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Simone Blattner</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Schauspiel</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Sa., 06.10.2018 - 12:02</div> <div><span lang="" about="/user/75" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Guido Krawinkel</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/walter-1218.jpg?itok=3wS8LtSp" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Ariane Koch: Wer ist Walter" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/walter-1218.jpg?itok=06sphgQl" width="1800" height="1200" alt="&quot;Wer ist Walter&quot; am Theater Bonn" title="&quot;Wer ist Walter&quot; am Theater Bonn" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>&quot;Wer ist Walter&quot; am Theater Bonn</div> </div> </div> </div> </div> Sat, 06 Oct 2018 10:02:06 +0000 Guido Krawinkel 10672 at https://die-deutsche-buehne.de Viktor Ullmann / Karl Amadeus Hartmann: Der Kaiser von Atlantis / Sonate 27. April 1945 https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/ein-zweiter-blick <span>Viktor Ullmann / Karl Amadeus Hartmann: Der Kaiser von Atlantis / Sonate 27. April 1945</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>Sa., 08.09.2018 - 11:46</span> <div><p>Es beginnt mit einem kraftvollen Akzent. Der Komponist selbst tritt auf, in abgetragener Kleidung, und stellt einem Nazi-Offizier mit den ersten Tönen des „Lautsprechers“ sein Stück „Der Kaiser von Atlantis“ vor – solange, bis der Statist in Uniform aufsteht und ihn erschießt. Und Viktor Ullmann verwandelt sich in den Tod.</p> <p>Bereits hier ist zu spüren, dass Seollyeon Konwitschny mehr möchte als die symbolistisch aufgeladene, musikalisch so außergewöhnlich farbig gestaltete Geschichte um den Kaiser, der alle gegen alle aufhetzt und den Tod, der daraufhin seine Arbeit einstellt. Viktor Ullmann schrieb das Stück in Theresienstadt, bevor er in Auschwitz ermordet wurde. Er thematisiert sein Schicksal explizit nicht in seinem bekanntesten Werk und doch schwingt es in jeder Note mit, nicht trauernd oder wütend, aber gleichsam unerbittlich. Konwitschny versucht nun, diese 55 Minuten kurze, so starke Partitur zu enträtseln, geistig zu entflechten.</p> <p>Helmut Brade hat ihr dafür eine Landschaft aus weißen, schwarz nummerierten Koffern in die Werkstatt des Bonner Theaters gestellt. Die lassen an Strand denken, an Urlaub – und durch die Nummer und den Gegenstand naturgemäß an Konzentrationslager. Der Raum korrespondiert mit dem Tod, der hier im weißen Anzug auftritt. Schwarz dagegen, mit weißem Hemd, grauer Krawatte, rotem Einstecktuch, tritt der Kaiser auf, hantiert mit Laptop und Smartphone, übt Macht fern von den Menschen über sie aus. Der ähnlich, ohne Tuch, gekleidete Trommler ist sein analoger Vollstrecker, sortiert Papiere, stempelt Beschlüsse und Urteile. Das öffnet Assoziationsräume, will das Stück im Heute verankern, wirkt aber ein wenig zaghaft angesichts des historischen Umfelds  und des Charakters dieser Musik.</p> <p>Die ist bei Hermes Helfricht, dem neuen Ersten Kapellmeister der Bonner Oper, in hervorragenden Händen. Anders als Rainer Mühlbach im Februar an der Kölner Oper legt Helfricht nicht das postmoderne Zitierverfahren bloß uns stellt auch die die abseitige Farbigkeit dieser Partitur kaum aus. In Bonn ist „der Kaiser von Atlantis“ schwungvolle, trotz der nur 13 Instrumente momentweise sogar wuchtig daherkommende Theatermusik, berstend vor Kreativdrang und eigenwilligen harmonischen Lösungen, in Nachfolge etwa des späten Janacek oder des frühen Martinu. Dazu singen Giorgos Kanaris (Kaiser), Leonard Bernad (Lautsprecher/Tod) und Rose Weisgerber (Bubikopf) famos, Christian Georg (Harlekin) und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=W1dnS5Od25E">Charlotte Quadt</a> (Trommler) sogar noch ein wenig besser. Alle Solisten sind zudem in jedem Moment textverständlich, musikalisch und darstellerisch stilsicher und bewältigen auch die gesprochenen Passagen künstlerisch.</p> <p>Nach dem dritten der vier Bilder unterbricht Sollyeon Konwitschny ihre Inszenierung. Zwei Bühnenarbeiter eilen herbei, gerieren sich halbherzig als Witzfiguren und schaffen linkisch Platz auf der Bühne für einen Konzertflügel. Auf diesem spielt der Pianist Ben Cruchley Karl Amadeus Hartmanns <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Gsd2ClZAcMI">zweite Klaviersonate</a>, den wütenden Trauergesang eines Überlebenden. Hartmann, seine Musik zwischen 1933 und 1945 fast ausschließlich im Ausland aufführen ließ, war Zeuge des Evakuierungsmarsches aus Dachau. Am 27. April 1945 sah er, wie die gequälten und unterernährten Menschen an ihm vorbeigetrieben und, wenn sie nicht schnell genug liefen, erschossen wurden. Das gut halbstündige Stück ist, zumal in der eckig fließenden Interpretation Cruchleys, hörenswert. Hier gestaltet ein Überlebender direkt seine Empfindungen und seine Haltung, ohne dabei zu erzählen.</p> <p>Eine Verbindung zwischen den beiden, sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig konterkarierenden Werken mag sich allerdings an diesem Abend nicht herstellen. Zumal wieder das Bühnenarbeiter-Duo kommen, den Flügel weg- und die Bühne aufräumen muss, also eine Lücke zwischen die Stücke reißen muss. Nun sind die Koffer zur Mauer aufgeschichtet, was wieder Assoziationsräume öffnet, unter denen viele schiefe sind. Der Kaiser muss in den eigenen Tod einwilligen, damit der Tod wieder arbeitet und geht, um sich zu verabschieden, einmal zu den Menschen hin: Er läuft durch eine Zuschauerreihe. Das wirkt in diesem Zusammenhang, genau wie die frisch erblühte, eben noch verdorrte Topfpflanze schal, um nicht zu sagen: sentimental. Trotz oder wegen dieser großartigen Musik?</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Der Kaiser von Atlantis / Sonate 27. April 1945</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Ein zweiter Blick</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Viktor Ullmann / Karl Amadeus Hartmann</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2018-09-07T12:00:00Z">07.09.2018</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Seollyeon Konwitschny</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Hermes Helfricht</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Sa., 08.09.2018 - 11:46</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/kaiserfinal.jpg?itok=Sj7a1yRA" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Viktor Ullmann: Der Kaiser von Atlantis /Karl Amadeus Hartmann: Klaviersonate 27. April 1945" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/kaiserfinal.jpg?itok=WmPt0gVO" width="1800" height="1200" alt="Tod (Leonard Bernad, vorne) und Kaiser (Giorgos Kanaris)" title="Tod (Leonard Bernad, vorne) und Kaiser (Giorgos Kanaris)" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Tod (Leonard Bernad, vorne) und Kaiser (Giorgos Kanaris)</div> </div> </div> </div> </div> Sat, 08 Sep 2018 09:46:59 +0000 Andreas Falentin 10635 at https://die-deutsche-buehne.de Hermann Wolfgang von Waltershausen: Oberst Chabert https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/ein-leben-truemmern <span>Hermann Wolfgang von Waltershausen: Oberst Chabert</span> <span><span lang="" about="/user/75" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Guido Krawinkel</span></span> <span>Mo., 18.06.2018 - 09:17</span> <div><p>Bässe wummern als der eiserne Vorhang sich hebt, abgrundtief und mit markerschütternder Intensität. Der darauffolgende Anblick ist kaum hoffnungsvoller: eine dystopische Trümmerlandschaft, die die Bühne in eine vordere und eine hintere Ebene teilt, Nebelschwaden wabern dicht und bedrohlich unter der Decke. Keine Frage, der Auftakt zu der Oper „Oberst Chabert“ von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Wolfgang_von_Waltershausen">Hermann Wolfgang von Waltershausen</a> in Bonn lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Eine romantische Liebesgeschichte beginnt so nicht.</p> <p>Die infernalischen, ziemlich nah an der Schmerzgrenze ausgepegelten Bässe erinnern allerdings eher an Suspense-Momente eines zweitklassigen Science-Fiction-Streifens. Zusammen mit drei das Publikum blendenden Scheinwerfern, die im Hintergrund für das nötige Halbdunkel während des Kulissenumbaus sorgen, kehren sie zwischen den Akten wieder und hinterlassen trotz der zweifelsohne deutlichen Wirkung einen doch leicht abgeschmackten Eindruck. Die Frage ist ohnehin, ob sie der dramaturgischen Stringenz der Inszenierung von Roland Schwab wirklich zuträglich sind. Zweifel sind zumindest angebracht, dafür ist der Effekt zu banal. Ein Großteil des Geschehens spielt sich zunächst sehr weit weg vom Publikum fast ausschließlich auf der Hinterbühne ab, erst mit zunehmender dramaturgischer Zuspitzung verlagert sich das Geschehen  um den Protagonisten Chabert auf die Vorderbühne, um in einem Bild von visionärer Wucht zu kulminieren.</p> <p>Nach der Uraufführung 1912 war die Oper ein veritabler Kassenschlager, dessen Erfolgsgeschichte jedoch durch den ersten Weltkrieg und den weitgehenden Rückzug des Komponisten während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur beendet wurde. Dabei ist die Geschichte des im Napoleonischen Krieg nach der Schlacht von Eylau 1807 für tot gehaltenen, aber lediglich schwer verwundeten Oberst ein hochverdichtetes Drama, das alle Ingredienzien für ein spannendes Bühnengeschehen hat: Chabert kann sich aus einem Massengrab befreien, muss bei seiner zunächst von jahrelangen Wirren verhinderten Rückkehr dann feststellen, dass seine Frau wieder verheiratet ist. Zudem weist die zuletzt 2010 halbszenisch aufgeführte Oper mit lediglich gut 100 pausenlosen Minuten Dauer, nur sechs Sängern und ohne Chor auch für kleinere Häuser überschaubare Dimensionen auf.</p> <p>Roland Schwab inszeniert die Geschichte in Bonn sehr stringent und mit einem herausragenden Ensemble. Die Absicht, das Geschehen mit zunehmender dramaturgischer Dichte stärker nach vorne zu verlagern ist dabei klar ersichtlich, ein Großteil des Bühnenraums bleibt dadurch jedoch über weite Strecken ungenutzt, nicht zuletzt durch das Bühnenbild (David Hohmann), das die Darsteller durch seinen Aufbau geradezu dazu zwingt, sich vorwiegend horizontal von links nach rechts zu bewegen. Dennoch ist es eine große Stärke der Inszenierung, das in Trümmern liegen Leben des Protagonisten in ein geradezu symbolhaftes Bühnenbild übersetzt zu haben und dies mit sehr glaubwürdigen Darstellern zu untermauern.</p> <p>Überhaupt, die Darsteller: das Bonner Ensemble, das bis auf Peter Tantsits (Graf Ferraud) ausschließlich mit hauseigenen Kräften besetzt ist, singt wunderbar. Mark Morouse als Chabert, der noch an den Folgen einer Halsentzündung laborierte, kann dennoch nicht nur mithalten, er ist mit einer ungemein eindrucksvollen darstellerischen Präsenz auch der Eckpfeiler dieser Aufführung. Sein sonorer Bariton war bei der Premiere aufgrund der krankheitsbedingten Eintrübungen zwar nicht ganz auf der gewohnten Höhe, dennoch, Morouse stand in jeder Hinsicht seinen Mann. Der in Gestalt von Christian Miedl, in Bonn zuletzt in Othmar Schoecks Penthesilea zu hören, schon vorsichtshalber in den Kulissen positionierter Ersatz brauchte nicht zum Einsatz zu kommen.</p> <p>Auch Yannick-Muriel Noah als Rosine ist stimmlich und darstellerisch hinreißend. Sie verkörpert die Dramatik ihrer Protagonistin von der berechnenden Grafengattin zur liebenden Ex-Frau des Obersts mit großem Nachdruck. Ihr dramatisch-wuchtiger, gleichwohl ungemein ausdrucksvoller Sopran ist dem üppig klingenden Orchester mehr als gewachsen, was man von Peter Tantsits eher schmal und schlank klingenden Tenor trotz vokalem Heldengestus nicht durchweg sagen kann. Martin Tsonev (Godeschal) und Giorgos Kanaris (Derville) hingegen erweisen sich als Idealbesetzungen. Stimmlich stehen beide voll im Saft und gestalten ihre Rollen zudem vokal wie mimisch mit einer wunderbaren Intensität. In einer kurzen, mit einem traumhaften tenoralen Timbre aber hervorragend absolvierten Rolle zudem zu sehen: David Fischer (Boucard).</p> <p>Bleibt das Beethoven Orchester Bonn, das mit gewohnt feurigem Impetus von Jacques Lacombe geleitet wird. Lacombe hat bereits die <a href="https://www.nmz.de/online/parafilmisch-geloest-von-waltershausens-oberst-chabert-an-der-deutschen-oper-berlin">halbszenische Aufführung an der Deutschen Oper in Berlin</a> dirigiert und erweist sich als ausgezeichneter Kenner der Partitur. Dramaturgische Bögen lässt er durch das fabelhaft und glutvoll spielende Beethoven Orchester nachdrücklich untermauern, die reichhaltige spätromantische, in der Post-Wagner- und -Strauss-Ära angesiedelte Harmonik von Waltershausens leuchtet er luzide aus und hält Bühne und Orchester stets zusammen. Insgesamt ist diese Inszenierung ein Gewinn: ein spannender Stoff, ein seltenes Stück und eine musikalisch-szenische Gesamtleistung, die zweifelsohne einen Besuch lohnt.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Oberst Chabert</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Ein Leben in Trümmern</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Hermann Wolfgang von Waltershausen</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2018-06-17T12:00:00Z">17.06.2018</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Roland Schwab</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Jacques Lacombe</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 18.06.2018 - 09:17</div> <div><span lang="" about="/user/75" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Guido Krawinkel</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/kk_mt_bonn_oberst.png?itok=uOUt2a4K" width="100" height="66" alt="Thumbnail" title="Hermann Wolfgang von Waltershausen: Oberst Chabert" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/kk_mt_bonn_oberst.png?itok=9lEvOZjx" width="1800" height="1200" alt="Szenenfoto mit Titelheld: Mark Morouse als Oberst Chabert" title="Szenenfoto mit Titelheld: Mark Morouse als Oberst Chabert" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Szenenfoto mit Titelheld: Mark Morouse als Oberst Chabert</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 18 Jun 2018 07:17:49 +0000 Guido Krawinkel 10586 at https://die-deutsche-buehne.de Philip Glass: Echnaton https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/hoeren-vor-sehen <span>Philip Glass: Echnaton</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>Mo., 12.03.2018 - 15:33</span> <div><p>Mit „Echnaton“ beschloss Philip Glass 1984, <a href="http://www.zeit.de/1984/14/massenmord-am-nil">beauftragt von der Stuttgarter Oper</a>, seine von ihm selbst so betitelte Operntrilogie. Wie in den Vorgängerwerken „Einstein on the Beach“ und „Satyagraha“ erzählt Glass hier bewusst keine Geschichte, reißt lediglich ein Thema an, schlägt ein Kapitel auf. Originalquellen werden, teilweise in Originalsprache, mit wenigen Sekundär- und Originaltexten zu einer losen, linearen, mit einem überraschenden Salto Mortale ins Hier und Jetzt endenden Dramaturgie verbunden. Der Pflock, den der <a href="http://www.deutschlandfunkkultur.de/der-wahnsinn-des-echnaton.1278.de.html?dram:article_id=229560">Pharao Echnaton</a> mit seiner Einführung einer monotheistischen Religion um 1400 v. Chr. nach Meinung des Komponisten und seines Autorenteams gültig in die Geschichte eingeschlagen hat, soll so sinnlich erfahrbar werden.</p> <p>Die Regisseurin und Choreographin Laura Scozzi begegnet dieser ungewöhnlichen Vorlage mit zwei Strategien. Zum einen gelingt es ihr, durch einfache, klare und klug disponierte Vorgänge auf der Bühne, die Musik hörbar zu machen. In Bonn sind – ein oft geäußerter Vorwurf gegen Glass’ Musik – keine Wiederholungen zu hören, sondern Metamorphosen, feine und feinste Verästelungen eines überraschend oft raumgreifend expansiven Klangs. Dass dieser so für sich einnimmt, liegt an<a href="https://www.benno-schachtner.com/"> Benno Schachtner</a>, der die Titelrolle mit ausgeglichenem Counter subtil und eindrücklich  gestaltet. Es liegt am Ensemble und an den Kollektiven. Das Beethovenorchester, besonders die Flöten und Klarinetten, scheint vor Begeisterung auf den Stuhlkanten zu sitzen, so lebendig klingt diese Musik hier. Chor und Solisten überwältigen geradezu mit Klangwucht und souveränem Feintuning. Und Stephan Zilias, der Erste Kapellmeister der Oper Bonn, koordiniert all dieses Engagement, als hätte er nie etwas anderes getan.</p> <p>Die zweite Strategie der Regisseurin ist eine Inhaltliche. Sie will erzählen und baut sich daher eine Parallelgeschichte, die auch die Glass’sche Materialsammlung erlebbar machen soll. Zwischen den dunkelgrauen Backsteintürmen und Wänden, mit denen Natacha Le Guen de Kerneizon einen so monumentalen wie wandelbaren Raum gestaltet, befindet sich zu Beginn ein Klassenzimmer. Der Lehrer – Thomas Dehler übernimmt souverän die Sprechtexte, die Glass dem Chronisten Amenothep zugedacht hat – hadert mit seinen uninteressierten, manierenlosen und unpünktlichen Schülern. Diese entpuppen sich später als Tänzertruppe, die den Abend an vielen Stellen durch unkonventionelle, laut Programmheft im Zusammenwirken mit Laura Scozzi entstandene, Street-Dance-Choreographien bereichern. Und dann gibt es das Mädchen (frisch und präzise: Katharina Platz), das durch den Unterrichtsgegenstand – eben die Regierungszeit des Pharaos Echnaton – eine Art Erweckungserlebnis hat. Sie träumt ihn sich herbei, sieht sich als seine Jüngerin, setzt seine Ideen für sich absolut und radikalisiert sich. Und sie endet in der vorletzten Szene, als Vergangenheit und Gegenwart endgültig ineinander fließen, als Selbstmordattentäterin.</p> <p>Das klingt in der Nacherzählung extrem krude und versponnen. Ist es aber nicht. Weil es zu der Dramaturgie des Stückes passt. Weil sich in Echnatons Werdegang zahlreiche Ideale junger Menschen – perfekte Liebe, absolute Selbstbestimmung, harmonisches Familienidyll – widerspiegeln. Und weil es einfach unglaublich gut umgesetzt ist. Vielen, fast allen Bildideen von Laura Scozzi eignet, wesentlich befördert durch Fanny Broustes Kostüme, etwas Prätentiöses, ja Plakatives. Dennoch sind die Bilder und Abläufe in sich stimmig, öffnen Assoziationsräume, versinken nicht im Klischee und fallen auch nicht in Realismus-Stereotypen. Ein Beispiel: zentrale Stelle von Stück und Partitur ist Echnatons original überlieferter Sonnenhymnus, das Fundament seiner monotheistischen Religion. Die Bühne wird auf voller Höhe und Breite von einer Mauer dominiert, die die Schüler nach einem Museumsbesuch gebaut haben. Echnaton singt durch ein Fenster. Während seines Gesanges werden nacheinander ein Tempel, eine Synagoge, eine Kirche, eine Moschee in stilisierter Form auf die Mauer projiziert, es kommt jeweils ein junger Gläubiger und propagiert per Spraydose die Größe <em>seines </em>Gottes. Schließlich kommt der Graffiti-Sprayer Robin Brune und übersprüht die dogmatischen Meinungsäußerungen mit einer gesprayten Friedenstaube mit Ölzweig. Kunst am Bau sozusagen, heftig akklamiert. Die Szene ist gedanklich ein einzelnes Plakat, gerät aber auf der Bühne spontan, lebendig und bedenkenswert. So halten Scozzi und ihr Team „Echnaton“ fast drei Stunden lang bewunderungswürdig im schwebenden Gleichgewicht.</p> <p>Bis kurz vor Schluss. Da werden, wie weiland Prinzessin Diana und seitdem viele öffentliche Tote, die Selbstmordattentäterin und ihre Opfer betrauert, von Eltern und Lehrer, Angehörigen und Schülern. So weit, so gut. Ein weiteres, stimmig ausagiertes Plakat. Doch dann kommt ein muslimisch wirkendes Paar. Und trauert mit. Dann ein einzelner Mensch jüdischen Glaubens. Ein Rollstuhlfahrer. Punks. Ein schwules Pärchen. Ein Afro-Amerikaner im bunten Hemd mit einer blonden, schwangeren weißen Frau. Und der Theaterabend ist herabgestürzt in die schaurigen Untiefen der Political Correctness. Ethik-Wellness auf dem Achtsamkeits-Ponyhof. Arrgh!</p> <p>Hat man sich beruhigt, darf und muss man nach dem Grund suchen. Was bleibt, wenn man sich nicht der Ironie bedienen will? Wie kann man den State of the Art der monotheistischen Gesellschaften heute mit einem hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft zu versehen und nicht in dumpfer, theatralisch unproduktiver Depression versinken? Da trug das Verfahren der Inszenierung das Scheitern, wenn auch auf denkbar höchstem Niveau, wahrscheinlich bereits von Beginn an in sich.</p> <p>Das Publikum, deutlich jünger im Schnitt als üblich in Bonner Premieren, applaudierte heftig.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Echnaton</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Hören vor Sehen</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Philip Glass</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2018-03-11T12:00:00Z">11.03.2018</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Laura Scozzi</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Stephan Zilias</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 12.03.2018 - 15:33</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/echnaton-0133_kopie.jpg?itok=PGJS-tTU" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Philip Glass: Echnaton" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/echnaton-0133_kopie.jpg?itok=y4_aSsbN" width="1800" height="1200" alt="Das ägyptische Klassenzimmer" title="Das ägyptische Klassenzimmer" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Das ägyptische Klassenzimmer. Martin Tzonev (Mitte hinten), Katharina Platz (vorne) und der Chor der Oper Bonn</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 12 Mar 2018 14:33:20 +0000 Andreas Falentin 10498 at https://die-deutsche-buehne.de James Reynolds: Geisterritter https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/familiengrusel-mit-broadway-touch <span>James Reynolds: Geisterritter</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>So., 03.12.2017 - 23:10</span> <div><p>Am Ende feierte das Vielgenerationenpublikum die wohl weltweit erste Veroperung eines Buches von Megasellerin Cornelia Funke enthusiastisch und ausgelassen. Die große Stärke von Erik Petersens Inszenierung ist die weiträumige, wirkungsmächtige und vor allem timingsichere Kombination der Klänge von James Reynolds mit den Bildern des sonst als Videozuarbeiter bekannten Duos fettFilm.</p> <p>„Geisterritter“ ist, wie so viele erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher von „Hanni und Nanni“ bis „Harry Potter“ eine in Großbritannien spielende Internatsgeschichte. Der Junge Jon fühlt sich von Mutter und Stiefvater nach Salisbury abgeschoben und wird da bereits an einem der ersten Tage von Geistern mit dem Tode bedroht, die ihn mit dem Mädchennamen seiner Mutter anreden. Fast zeitgleich freundet er sich mit der allseits umschwärmten Ella an, die durch ihre spinnerte Großmutter ziemlich geisteraffin ist und Jon rät, sich der Hilfe William Longspees zu versichern, eines Halbbruders und Kampfgenossen von Richard Löwenherz, der als Geist eine diffuse Schuld durch Hilfsbereitschaft abbüßt und in der Kathedrale von Salisbury begraben liegt. Longspee hilft Jon in mehreren Auseinandersetzungen mit dem bösen Obergeist Lord Stourton und Jon seinerseits verschafft Longspee sein verloren gegangenes Herz, so dass dieser nach über 800 Jahren zu seiner Frau zurückkehren kann. Zarte Annäherung von Jon und Ella, Party, Schluss.</p> <p>Das klingt profan und ist es auch, was aber nichts macht. Denn diese Produktion ist auf allen Ebenen durch und durch lebendig und hält sich über weiteste Strecken vom Kitsch frei, weil sie ihn nur antippt und reflektiert, weil sie kaum je in die Realismusfalle tappt und künstlich bleibt und weil sie den Raum fast immer öffnet, statt ihn durch leere pathetische Symbole zu verschließen. fettFilm haben, überraschend gerade nach ihrer plumpen Reizüberflutung anlässlich von Verdis „Giovanna d’Arco“ am selben Ort, nicht nur eine effektreiche, sondern vor allem eine leichtfüßige Ausstattung geschaffen, die der Erzählung dient und in den besten Momenten, etwa bei den tanzenden Orgelpfeifen im ersten Teil oder dem augenzwinkernden Experimentalhorrorfilm nach der Pause, mit ihr spielt. Dazu trifft sich die Optik glänzend mit der lustvoll eklektischen Musik von James Reynolds, dessen Broadwayerfahrung man genauso hört wie seine Vertrautheit mit Electro- oder Synthi-Pop und natürlich klassischer Satztechnik. Streicherteppich trifft E-Gitarre, Saxophon, Kontrafagott und eine ganze Legion von Posaun- und Perkussionisten. Da gelingen viele schöne Nummern, am schönsten vielleicht das Terzett der balzenden Pennäler am Ende der Kissenschlacht. Gerade im ersten Teil wird nach etwas ruckeligem Anfang - wo nicht sehr erfolgreich versucht wird, mit einem groß dimensionierten, klein abgefederten Geister- und Monstertableau a la „Tanz der Vampire“ ein bis zwei Metaebenen zu etablieren - wunderbar fließend und charmant erzählt, mit vielen reizvollen, nie aufgesetzten ironischen Brechungen. Ein Clou dabei sind die „Kröten“. Der formidable Schauspieler und Tänzer Cedric Sprick breakdanct und hiphopt, flankiert von zwei Jungs aus dem Jugendchor des Bonner Theaters, dass es eine Freude ist. Die Sounds geben Musik und Text eine zusätzliche, auflockernde wie verlockende Dimension, zumal Sprick sie extrem unaffektiert vermittelt. Das zweite große Pfund, mit dem die Bonner „Geisterritter“ wuchern, ist der Bösewicht. Bernhard Landauer serviert seine ironischen Phrasen mit großer Aura und noch größerer Spiellust, singt mit seinem glänzend durchgebildeten Countertenor mühelos so absurde wie absurd hohe Skalen und wickelt das Publikum mit sardonischem Charme um den kleinen Finger, ohne ihm Angst zu machen – oder höchstens ein ganz klein wenig. Und David Fischer und Marie Heeschen geben das zentrale, junge Paar mit einnehmender Frische und schöner Musikalität.</p> <p>Natürlich gelingt nicht alles. Das Idol Longspee etwa, für den man immerhin den wunderbaren lyrischen Bariton Giorgos Kanaris zur Verfügung hat, bleibt in gleich mehrfacher Hinsicht blass, wird durch diese Komposition nicht wirklich zum Leben erweckt. Dazu wirkt der zweite Teil ein wenig ‘runtererzählt, ergibt sich nicht mehr eins aus dem anderen, sondern werden nur noch die Handlungselemente abgearbeitet. Aber Tempo, Bild- und Klangphantasie tragen auch über diese schwächeren Momente. Nach etlichen Vorstellungen in Bonn kommt die Inszenierung in den nächsten Spielzeiten nach Dortmund und an die Deutsche Oper am Rhein. Man darf sich dort darauf freuen.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Geisterritter</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Familiengrusel mit Broadway - Touch</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>James Reynolds</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2017-12-03T12:00:00Z">03.12.2017</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Erik Petersen</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Daniel Johannes Mayr</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Cornelia Funke</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>So., 03.12.2017 - 23:10</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/geisterritter-1219.jpg?itok=lVP1k0XF" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="James Reynolds: Geisterritter" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/geisterritter-1219.jpg?itok=HQ04FW2a" width="1800" height="1200" alt="Alptraum in der Schule: Dämonen kommen durch die Tafel" title="Alptraum in der Schule: Dämonen kommen durch die Tafel" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Alptraum in der Schule: Dämonen kommen durch die Tafel. Der fiese Geist Lord Stourton (Bernhard Landauer) und sein Gefolge bedrohen Jon (David Fischer, am mittleren Pult).</div> </div> </div> </div> </div> Sun, 03 Dec 2017 22:10:09 +0000 Andreas Falentin 10427 at https://die-deutsche-buehne.de Ulf Schmidt: Bonnopoly https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/eine-stadt-verkauft-sich-selbst <span>Ulf Schmidt: Bonnopoly</span> <span><span lang="" about="/user/79" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Hartmut Krug</span></span> <span>So., 10.09.2017 - 13:31</span> <div><p>Ein Lokal von scheußlicher, holzvertäfelter Gemütlichkeit. Die Menschen, die hier beieinander sitzen, wirken in ihrer Biederkeit wie Karikaturen. Sie reden von ihrer Stadt, ihrem Bonn, wie es jetzt ist, wie es war und wie es sein soll. Die Erinnerung an die Entscheidung im Bundestag für Berlin als Hauptstadt, die mit 16 Stimmen Vorsprung gegen Bonn gefallen ist, schmerzt noch immer. Man trauert der Zeit nach, als in Bonn ganz selbstverständlich Politiker aus aller Herren Länder zu Gast waren und Strauß rein und raus ging. Der Verlustschmerz trifft auf Politikerparolen: Durch Deutschland müsse ein Ruck gehen. Und für Bonn brauche es natürlich etwas ganz großes Neues, aber ohne „Regulierungswut“. Und dann stehen sie da: der Ruckherzog, der Bürgermeister, die Sparkassenfrau, der Bürokrat und die Bürokratin, der Berater und die Bürgermeisterin, aber auch der Investor. Und drehen am großen Ding: das WCCB, das <em>World Conference Center</em> Bonn soll gebaut werden. Das Motto lautet: Profitieren ohne zu investieren.</p> <p>Was nun passiert, entzieht sich allen Regeln vernünftiger und verantwortlicher Baupolitik. Eine zur Premiere erschienene 50-seitige Broschüre schildert das teils dilettantische, oft aber kriminelle Vorgehen der Handelnden, die Zusammenarbeit mit einem  Investor ohne Eigenkapital, die Unfähigkeit der Politiker, die Baukostenexplosionen und die Insolvenzen der Bau-GmbHs. Das WCCB sollte die Stadt Bonn angeblich nichts kosten. Doch es wird die Stadt  in den nächsten Jahrzehnten rund 300 Millionen Euro kosten.</p> <p>Eigentlich entzieht sich all das fast mit seiner Faktenfülle einer sinnlichen theatralen Darstellbarkeit. Doch Regisseur Volker Lösch gelingt es, den Chor der Handelnden sowohl als dynamische Gruppe wie als engagierte Einzelne so erzählen zu lassen, dass der dreistündige Abend mit seiner Faktenvermittlung nie trocken oder lehrhaft, sondern gleichermaßen witzig wie souverän und informativ wirkt. Das ist politisches Theater voll sinnlicher Kraft. So ist auch das Publikum engagiert dabei und geizt nicht mit Zwischenapplaus.  Durch das Gegeneinander eines Schönredners und der wütenden Gruppe wird die Faktenvermittlung dynamisiert, wie auch dadurch, dass die Darsteller in ein Goldbad springen – das heußt: Sie werfen sich in eine bühnengroße Wanne voller goldiger Pampe. Dann wieder treten die einzelnen Protagonisten einzeln vor das mitgehende Publikum und erklären oder rechtfertigen sich. Wobei die Sparkasse, die unentwegt zu „äußerster Vorsicht“ bei den Transaktionen mahnt, mit dem bösen Running Wag: „Schnauze“ abgefertigt wird.</p> <p>Kein Ruck, sondern ein Sparschwein müsse durch Bonn, die Schuldenhauptstadt Deutschlands, gehen, heißt es schließlich. Und dann wird aufgezählt, wo überall gespart werden soll, um Zinsen zu bezahlen: Bei sozialen Einrichtungen wie Bibliotheken, Senioren-Begegnungsstellen,  kleinen Theatern, Schwimmbädern und...Hundekotbeuteln.</p> <p>Nach der Pause der dreistündigen Aufführung kommen die Bürger Bonns selbst zu Wort. Da wird Theater vor allem zum Informationsmedium. Zunächst erzählt eine alte Frau, wie sie versucht, sich gegen existenzbedrohende Mieterhöhungen zu wehren. Dann wird, mit Erklärungen von Fachleuten in Videoeinspielungen, gegen den Irrtum argumentiert, <em>Public Private Partnerships</em> seien für die Stadt von Vorteil. Wenn die Stadt ihre städtischen Wohnungen an private Investoren verkauft, um Schulden abzubauen, benehme sie sich wie ein Unternehmen. Das sei aber nicht ihre Aufgabe und statt Besitz zu verkaufen, sollte sie mit öffentlichen Ausgaben dem Wachstum helfen. Außerdem seien PPP´s langfristig ungünstig für die Stadt.</p> <p>Das lebendige Schlussbild dieses Abends ist überwältigend. Da steht eine bunte, riesige Menschenmenge und füllt die Bühne bis in die Tiefe völlig aus. „Was wir wollen“, ist ihr Credo. Und so fordern sie im Chor nicht nur bezahlbare Sozialwohnungen, sondern auch viele kleine Dinge, die für sie Bonn lebenswerter machen. Wenn sie am Schluss ganz nach vorn an die Rampe vorrücken und „Bonn gehört uns“ rufen, dann ist das ein beeindruckender Schlusssatz eines engagierten und klugen Theaterabends.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Bonnopoly</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Eine Stadt verkauft sich selbst</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Ulf Schmidt</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2017-09-09T12:00:00Z">09.09.2017</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Volker Lösch</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Schauspiel</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>So., 10.09.2017 - 13:31</div> <div><span lang="" about="/user/79" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Hartmut Krug</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/bonnopoly2317.jpg?itok=mnYj5bDo" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Ulf Schmidt: Bonnopoly" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/bonnopoly2317.jpg?itok=MatvFh3i" width="1800" height="1200" alt="bonnopoly2317.jpg" title="bonnopoly2317.jpg" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Da stecken sie alle miteinander aber ganz schön tief im Dreck: Jan Jaroszek, Glenn Goltz (Bürokrat); Holger Kraft (Investor); Lisan Lantin (Sparkasse) und Birte Schrein(Buürokratin) in der Realsatire „Bonnopoly“.</div> </div> </div> </div> </div> Sun, 10 Sep 2017 11:31:15 +0000 Hartmut Krug 10335 at https://die-deutsche-buehne.de Johan Adams: The Gospel according to the other Mary https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/hoch-ueber-oberammergau <span>Johan Adams: The Gospel according to the other Mary</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>Mo., 27.03.2017 - 10:16</span> <div><p>Sie umarmen sich. Immer wieder. Zehn Menschen, sechs Sänger, vier Tänzer. In wechselnden Konstellationen. Sie leiten die gewaltigen Gefühlsaufwallungen der Texte, die Energiestöße und Kontemplation der Musik in ihre Körper, nach innen, spielen sie nicht aus, stehen oft still.</p> <p>Was der, seit seiner legendären Gegenwarts-Verortung von Mozarts Da-Ponte-Trilogie vor über 30 Jahren, weltberühmte Regisseur Peter Sellars hier macht, mit einem spürbar leidenschaftlich entflammten und erfüllten Ensemble, kann, bezogen auf die heutige Opernlandschaft, durchaus als Anti-Ästhetik beschrieben werden. Ein alternatives Evangelium hat er entworfen, aus Sicht von Maria Magdalena, ihren Weg zum fühlenden, sozialen, spirituellen Menschen beschreibend. Dafür hat Sellars Bibelstellen mit Texten aus den letzten 50 Jahren kompiliert, von der Sozialaktivistin Dorothy Day beispielsweise, von Primo Levi, von der mexikanischen Poetin Rosario Castellanos, am eindringlichsten  vielleicht von Louise Erdrich, einer erfolgreichen Romanautorin mit indigenen Wurzeln.  </p> <p>Die Bühne: ein Zelt, eine Wüste, ein improvisierter Sakralraum. Holzkisten werden als Podest, Tisch, Altar, Kreuz, Grab verwendet. Metallene Absperrzäune begrenzen die Bühne wie erhobene Zeigefinger. Requisiten gibt es nicht. Da hilft die gute, alte Pantomime. Oder die abgezirkelte, sprechende Geste, die ja ohnehin eine Dauerzutat des Altmeisters ist. Genau wie die Ethno-Kostüme des Chores, unauffällig bei den Herren, aufdringlich bei den Damen. Drei Countertenöre in Camouflage-Jacke exekutieren weich und präzise Evangelientexte und Jesusworte. Mit den drei Solisten und den vier nüchtern schwarz gekleideten Tänzern werden sie immer wieder zu Paaren und Gruppen angeordnet, sehen sich an, sind beieinander. Und, wie gesagt, umarmen sich. Die drei Protagonisten, Maria, Martha, Lazarus, tragen Alltagskleidung, sind da, spielen keine Rollen. Nur die Bewegung, die Beziehung zueinander spiegelt die gewaltigen Texte, deutet mit wenigen gestellten Bildern die Stationen des Evangeliums an – Lazarus Auferweckung, Gethsemane, Kreuzigung, Auferstehung. Und die Musik. Wut ist in der polystilistischen Musik von John Adams präsent wie Mitleiden und Kontemplation, Minimal Patterns wie druckvolles Aufrauschen, nachromantische Bögen wie Bach’sche Ostinati und vielfältige Percussionseffekte. Das Beethoven Orchester unter Natalie Murray Beale musiziert das wohltuend entspannt, der von Marco Medved einstudierte Chor, gibt hörbar alles, klingt engagiert wie selten, auch wenn, verständlich bei der immensen musikalischen Herausforderung, die Artikulation schon einmal leicht verschwimmt.</p> <p>Heraus kommt ein rätselhaft altmodisches Theater, ein intensives Erlebnis, das uns, selten genug heutzutage, bewegen möchte, nachdenklich machen, sozusagen innerlich aufweichen. Ein Theater, das Dekoration verabscheut oder als solche kenntlich macht, sich aber zum Pathos in seiner konzentriertesten Form geradezu lächelnd bekennt, das Sterben Jesu am Kreuz zwei zitternden, liegenden Tänzern anvertraut.  Körperlichkeit und Spiritualität werden enggeführt, sollen sich durchdringen. Das scheint immer wieder auf sentimentalen Kitsch zulaufen zu wollen und bannt doch mit Lauterkeit, die auch aus den Stimmen von Christin-Marie Hill, Ronald Samm und besonders Ceri Williams als Martha spricht, mit glaubwürdig vermittelter Sehnsucht, nach einem sich Entwickeln, nach Respekt, nach Mit-Fühlen. Und alles läuft ohne Umwege, mit geradezu unerhörter Schutzlosigkeit.</p> <p>Peter Sellars hat das Stück 2014 in London zur szenischen Uraufführung gebracht und für Bonn neu einstudiert. Zum Schlussapplaus kommt er zügig auf die Bühne, ohne, wie es die Tradition will, abgeholt zu werden, ein kleiner Mann mit den charakteristisch hochstehenden Haaren, in Batikbluse, behängt mit bunten Ketten. Lächelnd, ansteckend geradezu lässt er Chor und Orchester hochleben. Und meint es ehrlich, hoch über Oberammergau.  <span><span> </span></span></p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>The Gospel according to the other Mary</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Hoch über Oberammergau</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Johan Adams</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2017-03-26T12:00:00Z">26.03.2017</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>DE</div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Peter Sellars</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Natalie Murray Beale</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Die Bibel, Dorothy Day, Louise Erdrich, Primo Levi, Rosario Castellanos, June Jordan, Hildegard von Bingen, Ruben Dario</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 27.03.2017 - 10:16</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/gospel-1411.jpg?itok=wu2fKs41" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="John Adams: The Gospel according to the other Mary" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/gospel-1411.jpg?itok=IFKVh9M-" width="1800" height="1200" alt="Kreuzigung im alternativen Evangelium" title="Kreuzigung im alternativen Evangelium" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Kreuzigung im alternativen Evangelium. Christin-Marie Hill (Maria Magdalena), Ensemble</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 27 Mar 2017 08:16:55 +0000 Andreas Falentin 10237 at https://die-deutsche-buehne.de Emil Nikolaus von Reznicek: Holofernes https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/wurschtig-hingesetzt <span>Emil Nikolaus von Reznicek: Holofernes</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>Mo., 30.05.2016 - 09:48</span> <div><p>Vor zwei Jahren hat Jürgen R. Weber an der Oper Bonn die späte szenische Uraufführung von Walter Braunfels’ „Der Traum ein Leben“ nach einem Drama von Franz Grillparzer in eine mit ästhetischen Strömungen der Entstehungszeit übermalte Fantasy-Ästhetik gekleidet. Das ungewöhnliche Stück hielt diesen Zugriff aus, wegen seiner vielen aufregenden Klangfarben und innovativen Einzelheiten, und wohl auch, weil Weber die Traum-Atmosphäre des Stoffes entgegenkam und er phasenweise zu einem respektvoll erzählenden Umgang mit dem Stück fand.</p> <p>Rezniceks „Judith“, deren Text der Komponist selbst nach dem auf der biblischen Episode basierenden Stück von Friedrich Hebbel gestaltet hat, ist ein anderer Fall. Viel homogener ist die Musik dieser 1923 triumphal aufgeführten, kaum abendfüllenden expressionistisch-jugendstiligen Monstrosität – und, zumindest über weite Strecken, deutlich epigonal. Da „strausst“, „wagnert“ und „zemlinskyt“ es in mindestens jedem zweiten Takt. Die Partitur bietet durchaus Reize, setzt theatralische Impulse, aber diese muss der Regisseur kenntlich, für die Szene produktiv machen. Mit anderen Worten: Bei „Judith“ scheint in erster Linie der Regiehandwerker gefragt. Das kann oder will Jürgen R. Weber jedoch nicht sein. Seine szenischen Arrangements erschöpfen sich in kleinformatiger Parodie, die vielleicht komisch sein, vielleicht aber auch die Machart des Stückes geißeln soll. Nur: Warum sollte man es dann spielen? Und warum wirken diese parodistischen Elemente so lieblos verstreut, so wenig ausformuliert, so ununterscheidbar von Laienspiel?</p> <p>Im zweiten Akt etwa gibt es einen monumentalen Turm als mobile Burg des Holofernes, der mehrfach unter großer Arbeit von Choristen und Statisten im Kostüm sowie Bühnenarbeitern in schwarzer Arbeitskluft meterweise hin und her bewegt wird, als wäre man bei einem privaten Wohnungsumzug. Einmal senkt sich von seiner Höhe quälend langsam und ruckelnd eine Spielebene herab – und von vielen Plätzen darf man dem Techniker zusehen, der in enervierender Privatheit die den Vorgang auslösende Kurbel dreht. Dazu kommt die überbordende, sich vor Hollywood, vor „Star Wars“ und „Star Trek“ ohne jedes Augenzwinkern verbeugende Ausstattung von Hank Irwin Kittel und Kristopher Kempf. Es rauscht ein sich endlos ziehendes Trinklied vorbei, in dem sich nichts ereignet, außer dass Holofernes mit seinem Becher wedelt und der Herrenchor rhythmisch im Takt mitwackelt. In der Eingangsszene und auch später mehrfach muss Ceri Williams, die Judiths Amme mit erzenem Alt gültig gestaltet, eine Chorführerin als Ulknudel mimen. Weder in Judiths Auftrittsarie noch im großen Duett des zweiten Aktes bekommen die hervorragend singenden Protagonisten irgendwelche Hilfen vom Regisseur. Man erfährt nie, wo er mit diesem Stück, das in etlichen dramaturgischen und musikalischen Einzelheiten fast als demütige Übermalung von Richard Strauss’ „Salome“ daherkommt, eigentlich hinmöchte. Etliche optische Zutaten, etwa Videos mit Schriften und Bildern von Playmobil-Figuren und Organmodellen oder große Luftwürste, die immer wieder das Bild dominieren, befruchten die Szene nicht, interagieren nicht mit der Musik, fungieren einzig als wurschtig hingesetzte Dekoration.</p> <p>Wesentlich ernsthafter geht Jacques Lacombe im Graben zu Werke. Der neue Chefdirigent der Bonner Oper tariert den Klang dynamisch fein aus, achtet auf Durchhörbarkeit, passt das Stück vorbildlich in die schwierige Akustik des Hauses ein und unterstützt die Sänger nach Kräften. An mehreren Stellen dirigiert er absichtsvoll burschikos über kleinere Ballungen von Lyrismen hinweg, als wolle er Kitschgefahr in jedem Fall vermeiden. Das Beethoven Orchester folgt sehr konzentriert. Johanni van Oostrum und Mark Morouse gestalten die mörderischen Hauptrollen mit aller Konzentration und Intensität, die ihnen der szenische Rahmen übrig lässt.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Holofernes</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Wurschtig hingesetzt</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Emil Nikolaus von Reznicek</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2016-05-29T12:00:00Z">29.05.2016</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Jürgen R. Weber</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Jacques Lacombe</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Friedrich Hebbel</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 30.05.2016 - 09:48</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/holofernes-1523.jpg?itok=IQhmv6hz" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Emil Nikolaus von Reznicek: Holofernes" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/holofernes-1523.jpg?itok=EdfYpr87" width="1800" height="1200" alt="Schlussbild mit Luftwürsten" title="Schlussbild mit Luftwürsten" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Schlussbild mit Luftwürsten. Daniel Pannermayr (Oberpriester, in Weiß), Johanni van Oostrum (Judith, Mitte), Ensemble</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 30 May 2016 07:48:34 +0000 Andreas Falentin 10023 at https://die-deutsche-buehne.de Hector Berlioz: Benvenuto Cellini https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/scherz-satire-ironie-und-tiefere-bedeutung <span>Hector Berlioz: Benvenuto Cellini</span> <span><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></span> <span>Mo., 02.11.2015 - 00:25</span> <div><p>Natürlich ist einiges zu viel. Hier und da. Gags, Parallelaktionen, Bewegungsmuster. Dann passiert zu vieles auf einmal – klassische Reizüberflutung. Das Auge irrt hin und her, das Ohr schließt sich. Es entsteht Ödnis auf der Bühne. Für kurze Momente.</p> <p>Als Ganzes betrachtet ist Laura Scozzis 2008 in Nürnberg entstandene, sehr lebendig aufgearbeitete Inszenierung von Berlioz‘ Opernerstling dennoch ein echter Wurf. Sie schafft es mit leichter Hand, die großformatig-statische Tableau-Dramaturgie von „Benvenuto Cellini“ nicht nur zu erfassen und auszustellen, sondern auch zu dynamisieren und so die Ausnahmepartitur gleichsam szenisch hörbar zu machen. Dafür verlegt Scozzi das seltsam augenzwinkernde Künstlerdrama aus dem 16. Jahrhundert in unsere Gegenwart, was vollkommen natürlich und ungezwungen wirkt. Vor allem wegen Berlioz‘ so spröder wie variantenreicher, einzigartiger Musik, zu der Hip-Hop-Moves noch besser zu passen scheinen als klassisches Tanzen oder Schreiten. Und wegen der formidablen Bewegungs- und Personenregie der Regisseurin, die eigentlich Choreographin ist. Schon dem Chor, der mit spürbarem Enthusiasmus bei der Sache ist, wird einiges abverlangt an Beweglichkeit und Präzision. Etwa, wenn die Herren in dessen großer Arie sämtlich den Titeldarsteller doubeln. Oder wenn der ganze Chor in der Theaterszene vor der Pause mit ulkigen gelben Perücken in ständiger Bewegung grandiose absurde Komik entwickelt, die im Publikum ein derartiges Wohlgefühl erzeugt, dass der Mord Cellinis am Schergen seines Gegenspielers genau als der Schock ankommt, als der er vom Komponisten erdacht worden ist.</p> <p>Mirko Roschkowski ist dieser Freigeist, Hedonist, Ausnahmekünstler und Mörder, in der Bonner Aufführung vor allem: ein egomanischer Schelm mit unwiderstehlichem, fast innigem Lächeln ohne das gereckte Kinn des Pseudo-Helden. Ein wenig plump ist er, die kurzen Rastafari-Löckchen wirken fast lächerlich, das „live fast, die young“ – Shirt spannt über dem Wohlstandsbäuchlein. Da lebt einer vor allem gerne – und singt, besonders in der Höhe, schön und elegant. Und kriegt, was er will, weil er selbstbewusster ist als die anderen, keine Angst hat und in weniger engen Grenzen denkt. Das Personal um ihn herum seziert und ironisiert die Regisseurin, von der tuntigen Papst-Parodie aus den Untiefen des Klamauk (was bei Berlioz allerdings durchaus angelegt scheint) über den Bürokraten-Schatzmeister und sein von Anna Princeva mit saftigem Sopran einnehmend verkörpertes Tochter-Girlie bis zum coolen Lehrjungen in Armyhose und Basecap, den Marta Wryk mit umwerfend stimmfrischem Charme versieht. Und alle gehen so locker und selbstverständlich auf der Bühne mit ihren Körpern um, wie ich das in einer Opernaufführung lange nicht gesehen habe. Am Ende, wenn Cellini alles gewonnen zu haben scheint, stellt Scozzi ihn im Wortsinne auf ein Podest, zeigt, wieder mit schöner Ironie und ohne Zeigefinger, wie ihn die durch seinen Erfolg bedingte Vereinnahmung durch die Mediengesellschaft von seinem unkonventionellen Leben abschneiden wird.</p> <p>Zweiter Protagonist von „Benvenuto Cellini“ ist eindeutig das Orchester. Schon in der Ouvertüre macht Stefan Blunier unmissverständlich klar, wo er hin will: stramme Tempi, knallige Dynamik, wildes Ringelreihen auf einer sehr schiefen Ebene. Das Beethoven Orchester zeigt sich der Zumutung gewachsen, die vielen Soli werden inspiriert gespielt, die vielen Effekte verblüffen, der Tutti-Klang kommt allerdings etwas schroff und sachlich daher. Nach der Pause funkelt dann alles, versprühen Dirigent und Orchester verschwenderisch Charme und Poesie, spinnen ihr trocken-dramatisches Garn mit begeisternder Selbstverständlichkeit.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Benvenuto Cellini</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Hector Berlioz</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2015-11-01T12:00:00Z">01.11.2015</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Laura Scozzi</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/675" hreflang="de">Bonn</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1885" hreflang="de">Theater Bonn</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Stefan Blunier</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 02.11.2015 - 00:25</div> <div><span lang="" about="/user/10" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Andreas Falentin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/benvenuto-cellini-0180.jpg?itok=dyp42RwH" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Hector Berlioz: Benvenuto Cellini" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/benvenuto-cellini-0180.jpg?itok=YPWI9cUd" width="1800" height="1200" alt="Der Herrenchor tanzt!" title="Der Herrenchor tanzt!" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thilo Beu</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Der Herrenchor tanzt!. Arie des Titelhelden (Mirko Roschkowski, M.) samt Doubles</div> </div> </div> </div> </div> Sun, 01 Nov 2015 23:25:47 +0000 Andreas Falentin 9851 at https://die-deutsche-buehne.de