Eugene O'Neill: Eines langen Tages Reise in die Nacht

Gespeichert von Bettina Weber am Sa., 16.11.2019 - 15:00

Der Zerfall einer bürgerlichen Familie als Parabel für den Untergang des amerikanisches Traums: In Eugene O’Neilles 1956 posthum veröffentlichten und Pulitzerpreis-gekrönten Drama offenbart sich an einem einzigen Tag die komplette Marodität aller Mitglieder der Familie Tyrone: der Vater James ein seiner Karriere als Schauspieler hinterhertrauernder Grundstücksspekulant und Geizkragen, die Mutter Mary morphiumsüchtig und suizidgefährdet, der ältere Sohn Jamie als Schauspieler gescheitert, der jüngere Edmund schwer krank, allesamt dem Alkohol zugewandt.

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Auf der Bühne angekommen

Diesem Stoff Relevanz und Gegenwärtigkeit abzusprechen, ist unmöglich. Ein Schiff mit über 900 Flüchtlingen irrt über den Ozean. Und niemand will die Menschen aufnehmen. Es droht die Rückkehr in den Heimathafen, die…

Schauspiel  •  Köln  •  2019-11-07  •  Schauspiel Köln
Daniel Kehlmann: Die Reise der Verlorenen

Tanz auf schmelzendem Eis

Das Licht ist auf den Zuschauern, die Bühne liegt noch im Dunkeln. Es erklingt eine Musik, wie aus einer Jukebox. Das Zuschauerlicht geht langsam aus und die Bühne zeigt einen großen, auf dem Boden liegenden Kreis. Es…

Tanz  •  Köln  •  2019-09-27  •  Schauspiel Köln
Richard Siegal / Ballet of Difference: New Ocean (the natch'l blues)

Nachdenken und Vorspielen

Die Publizistin Carolin Emcke hat in ihrem Essay „Gegen den Hass“ im Jahr 2016 präzise die psychosozialen Bedingungen für sich ausbreitenden, offenen Hass in unserer Gesellschaft beschrieben. Der zwischen…

Schauspiel  •  Köln  •  2019-09-21  •  Schauspiel Köln
Nach Carolin Emcke: Gegen den Hass

Schlachtfeld Körper

Kollektive Identität ist ein kurioses Ding: Sie hüllt ihren Ursprung in Dunkel und fordert trotzdem, fraglos akzeptiert zu werden. Sie bleibt immer vage und will doch ständig beschworen sein. Die Soldateska im Kölner…

Schauspiel  •  Köln  •  2019-06-07  •  Schauspiel Köln
Bertolt Brecht/Heiner Müller: Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer

Spielfreude auf dem Idiotenhügel

Wirklich angenehm sind Theaterabende mit oder nach Texten von Elfriede Jelinek eigentlich nie. Man bekommt Wahrheiten um die Ohren gehauen, in scheinbar endloser Suada, zerhackt durch offensichtliche sowohl allgemeine…

Schauspiel  •  Köln  •  2018-12-21  •  Schauspiel Köln
Elfriede Jelinek: Schnee Weiss

Geschichten aus St. Petersburg

Dostojewskij-Romane lesen sich mühsam mit ihren zahlreichen Personen (mit uns unverständlichen, langen Namen), mit zahlreichen Handlungssträngen und sehr langen Gesprächen. Genau damit sind sie das bewährte Futter für…

Schauspiel  •  Köln  •  2018-11-01  •  Schauspiel Köln
Fjodor Dostojewskij: Ein grüner Junge

Wortlastiges Epos

Bekanntermaßen verkaufen sich Daniel Kehlmanns Bücher hervorragend. Und anders als viele seiner Bestsellerkollegen hat er durchaus eine eigene Sprachverwendung entwickelt. Diese ordnet sich ganz der Erzählung der…

Schauspiel  •  Köln  •  2018-09-15  •  Schauspiel Köln
nach Daniel Kehlmann: Tyll

K.O. durch K.I.

Es scheint, als wäre es die pure Idylle: Vögel zwitschern, Grillen zirpen, Nebenschwaden durchziehen den dunklen Raum. Paradiesisch. Doch der Schein trügt. Als das Licht angeht, sieht man: Zwei menschliche Personen…

Schauspiel  •  Köln  •  2018-06-08  •  Schauspiel Köln
Sibylle Berg: Wonderland Ave.

Ohne Bilder

Mark Rothko war vermutlich einer der bedeutendsten, sicher einer der teuersten Maler des 20. Jahrhundert. Der aus Litauen stammende US-Amerikaner entwickelte die Farbfeldmalerei, meistens untereinander liegende, von der…

Schauspiel  •  Köln  •  2018-01-26  •  Schauspiel Köln
John Logan: Rot