Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin https://die-deutsche-buehne.de/taxonomy/term/1636 de Giuseppe Verdi: Rigoletto https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/its-mens-world <span>Giuseppe Verdi: Rigoletto</span> <span><span lang="" about="/user/75" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Guido Krawinkel</span></span> <span>Sa., 19.10.2019 - 16:44</span> <div><p>Vorneweg gab’s das dramaturgische Abstract: Eine kecke Göre spaziert noch vor der Ouvertüre, lässig ein Kaugummi kauend, vor dem Vorhang her, in der Hand einen Luftballon. Sie umgarnt einen abgehalfterten Narren, den sie dort trifft, luchst ihm seinen Mantel ab, schenkt ihm dafür den Luftballon. Ein schlechtes Geschäft, wie sich zeigt: Der Luftballon zerplatzt. Mantel weg, Luftballon kaputt, der Narr geht am Ende leer aus.</p> <p>Das ist schlussendlich auch die Moral von der Geschicht’ in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rigoletto">Giuseppe Verdis Oper Rigoletto</a>. Der titelgebende Hofnarr des Herzogs von Mantua verliert am Ende alles: Ehre, Job und auch seine Tochter Gilda, jene vorab mit dem Luftballon auftretende Göre, die er in einem goldenen Käfig hält, und die vielleicht gerade deshalb so schutzlos den Verlockungen des promiskuitiven Herzogs erliegt. Am Ende opfert sie sich trotzdem für ihn. „It’s a men’s world“ tönte es vorab noch aus dem Off und so bleibt die dominierende Männerwelt am Ende der Gewinner. Die Herrschenden bleiben ganz oben, Verlierer wie Rigoletto ganz unten.</p> <p>Dabei hätte man das Unheil kommen sehen können. Das führt die Schweriner Inszenierung musikalisch wie szenisch sehr schön vor Augen. Dunkel dräuend klingt das Blech zu Beginn aus dem Orchestergraben. <a href="https://www.andreasanguineti.de/">Andrea Sanguineti</a> kitzelt bildstarke Klangfarben aus Verdis Partitur, nicht nur zu Beginn. Er treibt die Musik vorwärts, hat das Ensemble auf der Bühne immer im Blick. Im zweiten Akt gibt es einige geradezu berückend sphärische Momente, der dritte ist musikalisch vielleicht der schlüssigste: Hier ist die fabelhaft spielende Staatskapelle Schwerin im Flow und treibt das dramatische Bühnengeschehen musikalisch noch weiter auf die Spitze. Nur an sehr wenigen Stellen müsste da im Hinblick auf Präzision oder Klangqualität noch geringfügig nachjustiert werden.</p> <p>Das Sängerensemble ist ausgezeichnet bis solide besetzt. In jeder Hinsicht herausragend sind die beiden männlichen Protagonisten: Matheus Pompeu als Herzog von Mantua und Yoontaek Rhim als Rigoletto. Pompeu verleiht seiner Partie tenorale Strahlkraft und vokalen Glanz, ohne je forcieren zu müssen. Gleichzeitig verkörpert er die ebenso machtbewussten wie vergnügungssüchtigen Facetten der Persönlichkeit des Herzogs mit adäquater, auch schauspielerischer Schmierigkeit. Übertroffen wird das nur von Yoontaek Rhim als Rigoletto, der seiner Figur eine beeindruckende Präsenz verleiht und auch stimmlich mit seinem voluminösen und facettenreichen, zahlreiche Nuancen zwischen blinder Rache und bedingungsloser Vaterliebe ausdrückenden Bariton zu überzeugen weiß. Nicht nur das abschließende <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OYghPV_xTcc">„Ah, la maledizione“</a> hat Gänsehaut-Qualitäten.</p> <p>Anna Rabe als dessen Tochter Gilda bleibt oft unter ihren stimmlichen Möglichkeiten. Dass sie selbige hat, merkt man vor allem im dritten Akt, als sie regelrecht aufblüht. Doch oft dominiert ihr Vibrato den Ton, wird die Stimme in höheren Lagen etwas dünn und fragil. Ausgezeichnet besetzt sind in Schwerin auch einige Nebenrollen: Cornelius Lewenberg gibt den ruchlosen Kavalier Marullo mit geschmeidigem Bariton, Artem Kuscnetsow den Mörder Sparafucile mit abgrundtiefem Bass und beängstigender Präsenz, genau wie Itziar Lesaka seine opportune Schwester Maddalena. Solide bleiben am Premierenabend Sebastian Kroggel als Graf von Monterone, Igor Storozhenko als Graf von Ceprano und Kaori Okita als Gräfin. Opernchor und Extra-Chor des Mecklenburgischen Staatstheaters spielen und singen ihre Partie bis auf wenige Ausnahmen tadellos und temporeich.</p> <p>Die insgesamt stimmige Inszenierung von <a href="http://www.alexandraliedtke.com/">Alexandra Liedtke</a> ist zum einen sehr abstrakt, wenn es um konkrete Details des Librettos geht, entfaltet zum anderen aber gerade im ersten Akt ein wahres Panoptikum der Zügellosigkeiten. Die orgiastischen Szenen am Hofe des Herzogs sind angedeutet drastisch, verfehlen ihre Wirkung jedoch nicht. Dessen ungeachtet zeigt Liedtke auch im zweiten Akt, als sich der Herzog mit Gilda im einsehbaren Separee vergnügt, während ihr Vater vorne Sparafucile als Mörder des Herzogs engagiert: Es muss nicht immer explizit sein, um auf den Punkt zu kommen. Das reduzierte Bühnenbild von Malte Lübben arbeitet mit zwei im rechten Winkel aufgestellten Drehpaneelen, die auf der einen Seite verspiegelt, auf der anderen Seite mit einem dunklen Stoff bespannt sind. Hiermit werden Räume erzeugt, Stimmungen verdichtet und Atmosphären angedeutet. Etwa im dritten Akt, wenn eine dunkle Wand ebenso massiv wie bedrohlich wie eine Speerspitze auf das dramatische Geschehen zeigt. Das Konzept gelingt in vielfältiger und eindrucksvoller Weise. Insgesamt gibt es im Mecklenburgischen Staatstheater einen ebenso spannenden, sehens- wie hörenswerten "Rigoletto".</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Rigoletto</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>It’s a men’s world</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Giuseppe Verdi</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2019-10-18T12:00:00Z">18.10.2019</time> </div> </div> <div> <div>Medialink</div> <div><a href="https://www.mecklenburgisches-staatstheater.de/stueck-detail/rigoletto.html">Fotogalerie und weiterführende Informationen zur Inszenierung</a></div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Alexandra Liedtke</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/673" hreflang="de">Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1636" hreflang="de">Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Andrea Sanguineti</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Fr., 18.10.2019 - 16:46</div> <div><span lang="" about="/user/24" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Antonia Ruhl</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/Bild-gross/RIGOLETTO%20%C2%B7%20vorne%20Yoontaek%20Rihm%2C%20hinten%20Paul%20Kroeger%2C%20Igor%20Storzhenko%2C%20Cornelius%20Lewenberg%20%C2%B7%20Foto%20%C2%A9%20Silke%20Winkler%20.jpg?itok=O9XvZxjk" width="100" height="60" alt="Rigoletto in Schwerin: vorne Yoontaek Rihm als Rigoletto, hinten Paul Kroeger, Igor Storzhenko, Cornelius Lewenberg." typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/Bild-gross/RIGOLETTO%20%C2%B7%20vorne%20Yoontaek%20Rihm%2C%20hinten%20Paul%20Kroeger%2C%20Igor%20Storzhenko%2C%20Cornelius%20Lewenberg%20%C2%B7%20Foto%20%C2%A9%20Silke%20Winkler%20.jpg?itok=Vm-laKTg" width="1800" height="1200" alt="Rigoletto in Schwerin: vorne Yoontaek Rihm als Rigoletto, hinten Paul Kroeger, Igor Storzhenko, Cornelius Lewenberg." typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Silke Winkler</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Rigoletto in Schwerin: vorne Yoontaek Rihm als Rigoletto, hinten Paul Kroeger, Igor Storzhenko, Cornelius Lewenberg.</div> </div> </div> </div> </div> Sat, 19 Oct 2019 14:44:37 +0000 Guido Krawinkel 12811 at https://die-deutsche-buehne.de Ralf Rossa: Schlafes Bruder https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/wer-liebt-schlaeft-nicht <span>Ralf Rossa: Schlafes Bruder</span> <span><span lang="" about="/user/47" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Dagmar Ellen Fischer</span></span> <span>Mo., 23.09.2013 - 17:21</span> <div><p>Die Welt ist eng, und Bretter gibt es nicht nur vor den Köpfen – das Bühnenbild von „Schlafes Bruder“ suggeriert sofort die Stimmung des Balletts: Vernagelt und begrenzt leben die Dorfbewohner inmitten grober Holzlatten, die zwar Schutz geben, doch zeitgleich Feinstoffliches verhindern. Im Vorarlberg geht‘s hinterwäldlerisch zu.</p> <p>In solch‘ eine Umgebung hinein gebären sieben Frauen in der ersten Szene ihre Kinder – der Fortbestand des Dorfes ist gesichert.<br /> Nicht jedoch das Leben eines Einzelnen. Um den aber geht es in „Schlafes Bruder“: Elias kommt zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einer außergewöhnlichen musikalischen Begabung in einem österreichischen Dorf zur Welt, als Sonderling hat er indes denkbar schlechte Voraussetzungen. Robert Schneiders Roman erschien 1992, 1995 entstand auf der literarischen Grundlage ein ähnlich erfolgreicher Film in der Regie von Joseph Vilsmaier. Neun Jahre später verarbeitete der Choreograph Ralf Rossa – Ballettdirektor in Halle – den Stoff zu einem getanzten Abendfüller, uraufgeführt 2004 an den Bühnen Halle. </p> <p>Am 22. September 2013 hatte das Werk nun Premiere mit dem 16-köpfigen Ballett-Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin.<br /> Das verkümmernde künstlerische Talent des Protagonisten interessiert den Choreographen weniger, stattdessen stellt er die sozialen Beziehungen in den Vordergrund: Elias‘ Liebe zu seiner Cousine Elsbeth; das gleichgeschlechtliche Begehren ihres Bruders Peter, der Elsbeth mit einem Bauern verkuppelt, um Elias für sich zu haben; und das gestörte Verhältnis des Dorfes zum Außenseiter. Tuomas Hyvönen, Neuzugang in Schwerin seit dieser Spielzeit, verkörpert die zentrale Gestalt zu Ballett-Beginn als naiven Wonneproppen, so dass er sich vielfältige Möglichkeiten zu differenzierter Entwicklung offen hält. Die Figur des in ihn verliebten Cousins Peter gestaltet der Solist Maxim Perju atemberaubend und animalisch: Androgyn sein Auftritt, umgarnt er das Objekt seiner Begierde raffiniert und fantasievoll, gleichzeitig ständig zweifelnd ob der moralischen Werteskala der erzkatholischen Dorfgemeinde: Die Pas de deux‘ zwischen Elias und Peter bilden großartige Höhepunkte im zweistündigen Abend. Wirklich berührend auch Eliza Kalchevas als Elsbeth, die Elias‘ Gefühle zwar erwidert, sich aber dennoch dem Willen ihres Bruders beugt. Dazwischen gelingt es Choreographie und Schweriner Ensemble, die von Kirchen-Heiligen observierte Dorfgemeinschaft als durchaus brüchige unheilige Notallianz zu skizzieren. Perfekt gewählt dazu wurde Musik von Goran Bregovic und Aaron Jay Kernis, die nuanciert und sinnlich betörend jede Stimmungsschwankung begleitet.</p> <p>„Wer liebt, schläft nicht“ taucht in Schreibschrift auf der hölzernen Bühnenrückwand auf. Elias liebt und verordnet sich folgerichtig den Tod durch Schlafentzug – Hypnos, griechischer Gott des Schlafes, hat nur einen Bruder: den Gott des Todes, Thanatos.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Schlafes Bruder</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Wer liebt, schläft nicht</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Ralf Rossa</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2013-09-22T12:00:00Z">22.09.2013</time> </div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/673" hreflang="de">Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1636" hreflang="de">Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Tanz</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 23.09.2013 - 17:21</div> <div><span lang="" about="/user/47" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Dagmar Ellen Fischer</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/kk_t_schwerin_bruder.jpg?itok=v_zsQ6Yc" width="100" height="58" alt="Thumbnail" title="Ralf Rossa: Schlafes Bruder" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/kk_t_schwerin_bruder.jpg?itok=tFRwN_C8" width="1800" height="1200" alt="&quot;Schlafes Bruder&quot; in Schwerin" title="&quot;Schlafes Bruder&quot; in Schwerin" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Silke Winkler</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>&quot;Schlafes Bruder&quot; in Schwerin</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 23 Sep 2013 15:21:49 +0000 Dagmar Ellen Fischer 9199 at https://die-deutsche-buehne.de Darius Milhaud: Le pauvre matelot - Der arme Matrose / Death Knocks https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/abgefeimte-geschichte <span>Darius Milhaud: Le pauvre matelot - Der arme Matrose / Death Knocks</span> <span><span lang="" about="/user/84" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Irene Constantin</span></span> <span>Mo., 04.03.2013 - 16:59</span> <div><p>Es geht in beiden Kurzopern um Leben und Tod. Beide Komponisten hatten für die Betrachtung der letzten Dinge luxuriöse Textautoren zur Hand: Darius Milhaud komponierte ein Jean-Cocteau-Libretto, Christian Jost hatte Woody Allen. „Der arme Matrose“ ist eine abgefeimte Geschichte: Seit 15 Jahren wartet eine Seemannsfrau auf ihren Mann. Er kommt tatsächlich, bis ins Unkenntliche gezeichnet, aber im Besitz einer kostbaren Perlenkette. Inkognito bittet er um ein Nachtlager. Er kündigt der Frau die Heimkehr ihres allerdings völlig veramten Mannes an. Die Frau erschlägt den „Fremden“ und nimmt die Kette.</p> <p>Regisseurin Anke Rauthmann setzt die Geschichte mit naturalistischer Detailfreude in Szene. Da werden Fische geköpft, Pfeifen geraucht, wird der Hammer zum Totschlag geschwungen. Das passt merkwürdig gut zur scheinbar einfachen Handlung und kontrastiert doch herb zu den unwägbaren Folgen der Geschichte. Milhauds Musik beginnt in harmlosem Dreiertakt. Mit jeder Wendung der Geschichte wird die Musik dunkler, zum Schluss aber entspricht sie als eine Art Wahnsinnswalzer doch wieder dem hellen Groupe-des-Six-Sound. Christian Josts ein Jahrhundert modernere Komposition ist ein Stilmix, der Klang ist bigband-artig von Bläsern und Schlagzeug dominiert.</p> <p>Der Tod in „Death knocks“ klopft beim agilen New Yorker Textilhändler Nat Ackerman - ans Fenster. Kaum ist er hereingeklettert, klagt er über die kaputte Regenröhre; beinahe habe er sich den Hals gebrochen. Und nur weil gerade nicht Halloween ist, kann er sich als echter Tod überhaupt glaubhaft machen. Am Ende hat er beim Rommé verloren und Nat Ackerman hat einen Lebenstag gewonnen. Wozu, kontert der Tod, es wird regnen. Christian Jost hat Woody Allens „Tod“ noch einmal verwandelt. Vom Bleichgesicht unter schwarzer Kapuze ist er zur Mezzosopranistin mutiert. Die phantastische Itziar Lesaka beherrscht Josts rasante Wechsel zwischen schneidenden Avantgardismen, Pop-Anklängen und großer Opern-Phrase, sie singt im Handstand, klettert an Leitern, zuckt konvulsivisch – schließlich ist es ihr erster Job und wie steht sie da, wenn sie ohne Ackerman kommt – und zieht die ganze weibliche Show ab. Am Ende steht der Herzstillstand; für Schwerin war es indes ein Schritt auf neuen Wegen. Man will verstärkt auf das hauseigene Ensemble setzen, das hier ausschließlich zum Einsatz kam.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Le pauvre matelot - Der arme Matrose / Death Knocks</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Abgefeimte Geschichte</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Darius Milhaud</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2013-03-02T12:00:00Z">02.03.2013</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Anke Rauthmann</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/673" hreflang="de">Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1636" hreflang="de">Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Martin Schelhaas</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Woody Allen</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 04.03.2013 - 16:59</div> <div><span lang="" about="/user/84" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Irene Constantin</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/kk_mt_schwerin_matros.jpg?itok=IXnUGBdX" width="100" height="77" alt="Thumbnail" title="Darius Milhaud/Christian Jost: Le pauvre matelot - Der arme Matrose/Death Knocks" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/kk_mt_schwerin_matros.jpg?itok=ataO8nHb" width="1800" height="1200" alt="Petra Nadvornik und Remo Tobias" title="Petra Nadvornik und Remo Tobias" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Silke Winkler</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Petra Nadvornik und Remo Tobias</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 04 Mar 2013 15:59:12 +0000 Irene Constantin 9047 at https://die-deutsche-buehne.de Judith Weir: Der blonde Eckbert https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/vogelstimmen <span>Judith Weir: Der blonde Eckbert</span> <span><span lang="" about="/user/123" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Michael Laages</span></span> <span>Mo., 19.09.2011 - 13:35</span> <div><p>„Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles; ach, wir Armen!“ – das wusste Goethe. Durch dem finstren Harz-Tann des Romantikers Ludwig Tieck aber schimmert das Edelmetall derart tödlich, dass ein wohlhabender Einsiedler dort vor Reichtum schier erblondet ist – „Der blonde Eckbert“ trägt edelmetallen schimmerndes Haar in Anke Techentins Inszenierung der schon 1993 entstandenen, am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin nun in der fünf Jahre alten „Pocketversion“ zu hören und zu sehen. Auf zehn Instrumente reduziert, gibt sich das ebenso stringente wie kompakte Werk der schottischen Komponistin, die sich zuletzt in diesem Jahr mit der „Achterbahn“ bei den Bregenzer Festspielen Aufmerksamkeit erwarb, als flirrendes Stimmengewirr am Rande des Unerklärlichen.</p> <p>Im Zentrum von Tiecks abgründiger Fabel von 1797 steht ein Vogel, der goldene Eier legt und sprechen, besser: menschenverständlich singen kann. Einer magischen Alten gehört er, die ihrerseits ein armes, geschundenes Mädchen pflegte und dafür von ihr beraubt wurde; eben um das Eier-Gold. Dafür wird die Räuberin mit Wahnsinn gestraft, und der nichts ahnende Gatte, „Der blonde Eckbert“ eben, mit der ebenso vernichtenden Erkenntnis, dass die Gattin die eigene Schwester war: Inzest als Höchststrafe. </p> <p>Krude quirlt Tieck verschiedenste Märchen-Motive zusammen – zu ziemlich starkem Stoff. Weir hat darüber ein gut durchhörbares Gespinst aus gemäßigter Moderne gelegt – hohes und tiefes Holz-Instrumentarium, Klarinette, Oboe und Fagott, wird sparsam mit Streicherklang durchsetzt, Harfe und Horn setzen zusätzliche Akzente; und da sich die Handlung fast eine Stunde lang, bis kurz vor Eckberts Schmerzenslamento am Schluss, vor allem solistisch voranbewegt, bleiben Sing- und Orchesterstimmen, von Paolo Bressan konzentriert und sensibel geleitet, durchgängig eng und sehr dicht miteinander verbunden. Mathias Rümmlers Bühne und Anke Techentins Inszenierung sind obendrein nicht der Versuchung erlegen, die finstre Fabel optisch aufzuladen – ein Vorhang aus goldenen Streifen genügt, ein Haufen Gold-Flitter im häuslichen Bettkasten, sparsame Videos von Wald und Vögeln, schließlich zwei karge Bäume und (als Maximum aus der Trickkiste des Theaters) Kaminfeuer im Video-Bildschirm sowie ein sparsam eingesetzter Spiegel, in dem fremde Spiegel-Bilder erscheinen können – das genügt. Schon Mülleimer, Staubsammler für die Hausfrau und bunte Cocktails sind des Guten eigentlich ein bisschen zu viel.</p> <p>Durch Sparsamkeit aber verdichtet die Aufführung im E-Werk, der kleinen Schweriner Spielstätte, auch die dramaturgischen Absonderlichkeiten des kleinen Stücks – in dem die Titelfigur lange kaum etwas zu singen hat: die Geschichte wird allein von der rätsel-haften Bertha einem Freund der Familie erzählt. Danach sucht und findet Bertha voll tiefer Verstörung letzte Ruhe in der Goldtruhe – und Eckbert tötet (aus Angst um den Goldschatz) den Freund. Noch einen anderen trifft er, vor allem aber schließlich die magische Alte mit dem Vogel, die das eheliche Geheimnis lüftet – Christian Hees singt all diese Außen-Figuren, Frank Blees den Eckbert und Itziar Lesaka die Bertha. Katrin Hübner tiriliert den Vogel-Part, zu Beginn und immer wieder für ein Kind, das die Handlung als stummer Zeuge begleitet – und der kleine Spiel-Raum stärkt die Kraft aller Stimmen. </p> <p>Judith Weirs Märchen-Phantasie aber darf in dieser Schweriner Fassung sicher als Entdeckung gelten.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Der blonde Eckbert</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Vogelstimmen</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Judith Weir</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2011-09-16T12:00:00Z">16.09.2011</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Anke Techentin</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/673" hreflang="de">Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1636" hreflang="de">Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Paolo Bressan</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 19.09.2011 - 13:35</div> <div><span lang="" about="/user/123" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Michael Laages</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/kk_mt_schwerin_eckbert_1.jpg?itok=hwMlStos" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Judith Weir: Der blonde Eckbert" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/kk_mt_schwerin_eckbert_1.jpg?itok=o-EFM2cY" width="1800" height="1200" alt="Szene aus &quot;Der blonde Eckbert“ am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin." title="Szene aus &quot;Der blonde Eckbert“ am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin." typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Silke Winkler</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Szene aus &quot;Der blonde Eckbert“ am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 19 Sep 2011 11:35:45 +0000 Michael Laages 8593 at https://die-deutsche-buehne.de