Deutsche Oper https://die-deutsche-buehne.de/taxonomy/term/1484 de Georg Friedrich Händel / Zad Moultaka: Delirio https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/wahn-ueberall-wahn <span>Georg Friedrich Händel / Zad Moultaka: Delirio</span> <span><span lang="" about="/user/289" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Clemens Haustein</span></span> <span>Mi., 05.06.2019 - 12:07</span> <div><p>Eine Frau betrauert den Tod ihres Geliebten, entschließt sich in die Totenwelt hinabzusteigen, um ihn zu retten, merkt dort, dass er nicht auf sie reagiert und sie nicht einmal anschaut, nimmt ihn aber dennoch mit zurück über den Fluß, der die Unter- von der Oberwelt trennt. Ist Tirsi - so heißt die männliche Figur - überhaupt Cloris Geliebter? Oder bildet sie sich alles nur ein in einem nicht näher definierten Wahn? „Il delirio amoroso“ heißt die Kantate, die Georg Friedrich Händel während seines Studienaufenthaltes in Italien schrieb, „Liebeswahn“ also. Den Text dazu schrieb ein Kardinal (so etwas gab es damals), Händel komponierte eine expressive, südlich sprühende Musik.</p> <p>In einer fortgesponnen Fassung dieser Kantate, die nun in der Tischlerei der <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/" target="_blank">Deutschen Oper Berlin</a> Premiere hatte, bleibt vor allem der Wahn übrig: „Delirio“ lautet der Titel nurmehr. Die libanesische Autorin Hyam Yared dachte und fühlte die Situation in Händels Kantate weiter und schrieb neue Texte, die sich mit dem Thema des Verschwindens beschäftigen. Der ebenfalls im Libanon geborene, mittlerweile in Paris lebende Komponist Zad Moultaka vertonte sie: sanft aus Händels Musik herauswachsend, als Clori in die Unterwelt aufbricht (die Eingangsnummern bleiben original), dezent elekronische Effekte und Einspielungen über Lautsprecher verwendend, Motivfetzen aus Händels Stück immer wieder einfließen lassend als handle es sich dabei um die Grundierung für ein neues Bild. Angenehm ist Moultakas Musik, sie stört nicht und sorgt für eine dezente, fast schon unauffällige Klangmöblierung. Sie kitzelt aber auch nicht und mag den Hörer nicht herausfordern, abgesehen von einer Passage, wo Cloris Wahn sich dann doch einmal lautstark äußert.</p> <p>Das mag passen zu einem Libretto, das wenig Handlung liefert, aber eine grüblerische Vertiefung dessen, was Händel seinerseits schon behandelt hatte. Solche Vertiefung bringt bei Hyam Yared thematische Erweiterung (wenn der Unterwelt-Fährmann auftritt, folgt, man ahnte es schon, ein Exkurs zur Flüchtingsproblematik im Mittelmeer), sondern auch wohlfeile Weisheiten („Der Teufel ist tot, seit er zum Menschen wurde“ - War der Teufel denn nicht immer eine Projektion alles menschlich Teuflischen?) und Kitsch. „Er ist die Erinnerung meiner Hüften“, seufzt Clori über ihren (eingebildeten?) Liebhaber, berichtet, dass sie „seinen Abdruck in meinem Fleisch“ trage und gibt am Ende bekannt, dass sie tot sein werde „mit weit geöffneten Beinen“. Der Wahn ein sexuelles Problem?</p> <p>Die Inszenierung hilft nicht weiter. Drei Häuschen hat Bühnen- und Kostümbildnerin Hannah König hingestellt als unbewohnbare Sehnsuchtsorte, weil man nicht in sie hineingelangen kann. Häusliches Leben ist wenig heimelig nach draußen verlagert, Sofas und Stühle stehen da mit dicken Schutzbezügen aus durchsichtigem Plastik, ein Tisch auch, ein Waschbecken. Clori selbst tritt in der Inszenierung von Wolfgang Nägele in vierfacher Ausführung auf, was auf Schizophrenie als Kern der wahnhaften Erkrankung hindeuten könnte. In Rosarot gesteckt treten die vier Cloris auf, eine davon weiblich, Flurina Stucki, die ihrer Rolle mit wuchtigem Sopran eine hochdramatische Anmutung gibt. Der klangschöne Tenor Matthew Peña spielt und singt neben der Clori-Vervielfachung einen sensiblen Küstenwachmann, der düstere Bass Paull-Antony Keightley einen schwarz gewandeten Unterwelt-Fährmann in dicken Gummistiefeln. Der Countertenor Guilhelm Terrail echot zart.</p> <p>Der Handlungsarmut versucht Nägele mit erfindungsreicher Szene Herr zu werden: (Kunst?-)Fische werden genüsslich aufgeschnitten und die Innereien ebenso genüsslich herausgezogen, Wände werden mit italienischen Worten beschrieben (anknüpfend an Händel bleibt auch die Libretto-Erweiterung Italienisch), es fehlt auch nicht das Ganzkörperbad im Farbtopf nebst bildnerischer Betätigung anschließend in robbender Fortbewegung. Man kan sich nicht beschweren, dass zu wenig passieren würde und doch schafft es die sanfte Betriebsamkeit von Nägeles Personenführung nicht, die Magerkeit eines Stückes zu überspielen, zu dessen größten Vorzügen eine humane Dauer von gut einer Stunde gehört. Cloris Problem bleibt seltsam vage, ihre Einsamkeit angesichts einer meist mit vier Personen besetzten und sonst ziemlich vollgestellten Bühne eine Behauptung. Die soundhafte Weichheit der Musik trägt das ihre bei zur einschläfernden Wirkung der Aufführung.</p> <p>Das war zu Beginn des Abends noch anders, als das kleine Ensemble aus Musikern des Orchesters der Deutschen Oper angeleitet von Christian Karlsen sprühende Funken schlug aus Händels Musik: engagiert spielend, klangschön und sprechend. Doch mit dem allmählichen Verschwinden des Originals, scheint auch das tragende Skelett dieser Aufführung zu verschwinden.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Delirio</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Wahn, überall Wahn</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Georg Friedrich Händel / Zad Moultaka</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2019-06-04T12:00:00Z">04.06.2019</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Wolfgang Nägele</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Christian Karlsen</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Georg Friedrich Händel</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Vorlage</div> <div>Delirio</div> </div> <div> <div>Komponist</div> <div>Zad Moultaka</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mi., 05.06.2019 - 12:14</div> <div><span lang="" about="/user/173" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Ulrike Kolter</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/Bild-gross/MT%20Berlin%20Delirio.jpg?itok=GlGhogLA" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Szene aus der Uraufführung „Delirio” in der Tischlerei der Deutsche Oper Berlin" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/Bild-gross/MT%20Berlin%20Delirio.jpg?itok=L-wft0zP" width="1800" height="1200" alt="Szene aus der Uraufführung „Delirio” in der Tischlerei der Deutsche Oper Berlin" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thomas Aurin</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Szene aus der Uraufführung „Delirio” in der Tischlerei der Deutsche Oper Berlin</div> </div> </div> </div> </div> Wed, 05 Jun 2019 10:07:41 +0000 Clemens Haustein 12047 at https://die-deutsche-buehne.de Detlev Glanert: Oceane https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/ein-somnambules-sommerstueck <span>Detlev Glanert: Oceane</span> <span><span lang="" about="/user/95" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Jörn Florian Fuchs</span></span> <span>Mo., 29.04.2019 - 10:00</span> <div><p>Fürs Nachlesen des Novellenfragments „Oceane von Parceval“ muss man zur Theodor-Fontane-Gesamtausgabe greifen. Dabei dauert das Heraussuchen des knappen Textes fast länger als die Lektüre. Eine seltsame Dame begegnet einem da, ganz und gar nicht von dieser Welt. Ein gewisser Martin ist äußerst begeistert von ihr, doch sie zieht am Ende das Meer vor und entschwindet in den Wellen. Eigentlich ist „Oceane von Parceval“ gar kein Fragment, allenfalls ein Fragmentchen. Auf den wenigen Seiten finden sich vor allem Entwürfe zu Entwürfen – und Leerstellen.</p> <p>Keine gute Ausgangsposition also für eine Veroperung. Dennoch, der bereits Libretto erfahrene Hans-Ulrich Treichel und Detlev Glanert – Spezialist für literatur-theatrale Schöpfungen – versuchten es. Heraus kam ein in vielerlei Hinsicht retrohaftes Werk. Und das ist in diesem Fall auch gut so. Denn jedes Wort (Treichel füllte, ergänzte, erweiterte eigenständig, aber ganz im Dichter-Sound), jeder Takt atmet pure Fontane-Atmosphäre. Meist sanft melancholisch, zeitweise auch mal wutentbrannt eruptiv erzählt Treichel von einer Gefühlsautistin, die nichts für ihre Um- und Mitwelt empfindet, in der es dafür umso stärker brodelt. Sie schockiert ihre Umgebung durchs pure Dasein, ein Fremdkörper, der sich selbst das größte Rätsel ist. Maria Bengtsson zeigt das vokal und darstellerisch herausragend, Glanert hat ihr öfters einen – wie er formuliert – zerstörten D-Dur Akkord zugeordnet. Ihr Gegenüber (der solide Nikolai Schukoff als Martin von Dircksen) kämpft mit Oceane und seinen Gefühlen für sie, Glanert lässt es gewaltig stürmen und toben. Eine Windmaschine tost, geheimnisvolle Chorpassagen mischen sich mit fein ausgehörten Orchesterklängen.</p> <p><a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/23450" target="_blank">Donald Runnicles</a> dirigiert das als Herzensangelegenheit, Jeremy Bines sorgt für prächtige, soghafte Chöre. Für einen sehr düsteren Pfarrer namens Baltzer (böse wummernd: Albert Pesendorfer) erfindet Glanert auch mal leicht gebrochene Schlagwerkwirbel oder kratzbürstige Kantilenen. Stark auch Doris Soffel als mit der Pleite kämpfende Hotelbesitzerin Madame Louise.</p> <p>Das Ganze spielt auf einer Seeterrasse, an der Promenade, am Strand. <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/39352" target="_blank">Robert Carsen</a> inszeniert in konsequenter Schwarz/Weiß-Optik, mit tollen Videoprojektionen von Wellen und Wolken, immer wieder sieht man auch Oceanes Gesicht in Nahaufnahme oder mehrfach gespiegelt. Die ganze Aufführung, vor allem jedoch Glanerts Musik transportiert bei aller Dunkelheit etwas zutiefst Menschliches.</p> <p>Der Untertitel „Sommerstück für Musik“ trifft die Sache ganz gut. Hier ist eben kein handlungsreiches Musiktheater zu erleben, eher eine hochästhetische Meditation mit durchaus leichten, witzigen Momenten, wenn etwa parallel über l'amour infini und die Essenfolge beim Bankett nachgedacht wird. Wer mag, kann in Oceane übrigens auch eine heutige Figur sehen – Stichwort: Borderline. Der Sturm des Stücks übertrug sich nach zwei Stunden Spielzeit (inklusive Pause) auch aufs Publikum. Man wähnte sich ob des Jubels beinahe auf einer Strandparty.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Oceane</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Ein somnambules Sommerstück</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Detlev Glanert</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2019-04-28T12:00:00Z">28.04.2019</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Regie</div> <div> Robert Carsen </div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Donald Runnicles </div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 29.04.2019 - 10:07</div> <div><span lang="" about="/user/173" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Ulrike Kolter</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/Bild-gross/Oceane_Deutsche%20Oper.jpg?itok=dbXBsVaN" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="„OCEANE” von Detlev Glanert mit Maria Bengtsson als Oceane" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/Bild-gross/Oceane_Deutsche%20Oper.jpg?itok=Tdy9jC8f" width="1800" height="1200" alt="„OCEANE” von Detlev Glanert mit Maria Bengtsson als Oceane" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Bernd Uhlig</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>„OCEANE” von Detlev Glanert mit Maria Bengtsson als Oceane</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 29 Apr 2019 08:00:00 +0000 Jörn Florian Fuchs 12001 at https://die-deutsche-buehne.de Aribert Reimann: L’Invisible https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/dunkel-leuchtend <span>Aribert Reimann: L’Invisible</span> <span><span lang="" about="/user/89" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joachim Lange</span></span> <span>Mo., 09.10.2017 - 11:03</span> <div><p>Erst der erneute Triumph mit seinem „Lear“ bei den Salzburger Festspielen im vergangenen Sommer, nun die Uraufführung „L’Invisible“ an der Deutschen Oper in Berlin! Für Aribert Reimann (81) läuft es gut. Er ist ohnehin einer der meistgespielten zeitgenössischen deutschen Komponisten: ein quicklebendiger Grandseigneur ohne Allüren. Der Jubel an der Bismarckstraße für seine neunte Oper war einhellig. Und der Komponist hochzufrieden. Vielleicht auch, weil Reimann die Erwartungen unterläuft, die man an die Expressivität seiner Musik haben könnte, wenn man die Linie von „Lear“ über „Bernarda Albas Haus“ und „Medea“ einfach verlängert, nach schräg oben, ins exzentrisch Expressive. Doch stattdessen bietet er jetzt viel Geheimnisvolles, ein gar an Debussy erinnerndes Mäandern im Ungefähren. In der Melange von Poesie und Vokalisen allen voran: <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/28962" target="_blank">Rachel Harnisch</a> in den drei Rollen der Ursula, Marie und Ygraine, aber auch alle anderen Solisten machten daraus ein Fest vokaler Virtuosität, jenseits konventionellen Arienglücks. </p> <p>Die berührende Wirkung, die Reimann diesmal erreicht, mag auch am opernaffinen Vorlagen-Autor für sein selbst geschriebenes Libretto liegen. Er kombinierte drei Kurzdramen des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck, der ja dank Debussys „Pelléas et Mélisande“ schon einen Stammplatz auf der Opernbühne hat. Er ist einer, der mit seinen Geschichten in ausreichender Höhe über den Banalitäten des Lebens schwebt, aber doch die Verbindung zum Allgemeinmenschlichen nicht kappt. Die 90-minütige Kombination aus drei ineinander übergehenden Teilen hat Reimann auf die originale französische Vorlage kombiniert. Was sich ihm, wie er sagt, geradezu aufgedrängt habe. Dass ein Hauch von suggestiver Debussy-Atmosphäre über dem liegt, was Reimann selbst als <em>Trilogie lyrique</em> bezeichnet, liegt auch an der geglückten szenischen Übersetzung, mit der der junge russische Regisseur <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/126344" target="_blank">Vasily Barkhatov</a> (34) und sein Bühnenbildner <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/39196" target="_blank">Zinovy Margolin</a> die Bühne der Deutschen Oper füllen: eine triste, geheimnisvoll bewegliche Hausfassade, die Einblicke gewährt, Räume und Menschen freigibt und wieder verschluckt. Oder als Projektionsfläche für gespenstische Schattenspiele dient. </p> <p>Im ersten, streicherdominierten Teil „L Intruse“ (Der Eindringling) gibt das Panoramafenster der Fassade den Blick auf eine Familie frei, in der ein Kind geboren wurde, das noch keinen Ton von sich gegeben hat, während die Mutter im Wochenbett um ihr Leben ringt. Nur der blinde Großvater bemerkt den für alle anderen unsichtbaren Eindringling. Als das Kind seinen ersten Schrei von sich gibt, stirbt die Mutter. Und aus der Wiege fällt ein Knabe ins Leben. </p> <p>Der Tod ist auch in der zweiten Episode „Intérieur“ der ungebetene Gast. Zwei Männer, der Alte und der Fremde, müssen einer Familie die Nachricht überbringen, dass sie eine ihrer Töchter tot aus dem Fluss geborgen haben. Doch die Familie ist so in der weihnachtlichen Zufriedenheit ganz bei sich, dass sie mit dem Überbringen der Nachricht zögern. Es sind die Schatten an der Wand, die die unausweichliche Dunkelheit ankündigen, die dann alles verschluckt. </p> <p>In „Le Mort de Tintagiles“ (Der Tod des Tintagiles) scheint der Autor von „Pelléas et Mélisande“ am deutlichsten durch. Ein Schloss, eine alte Königin, die noch niemand zu Gesicht bekommen hat, verschwundene Knaben. Dass die Königin ihren Enkel hierher beordert, wird auf der Bühne zu einem mysteriösen Krankenhausaufenthalt für einen Jungen, um dessen Wohl und Leben sich seine Schwestern sorgen. Die Dienerinnen der Königin singen mit Counterstimme und verdoppeln ihre aus schwarzen Müllsäcken kreierten Gestalten als  Schatten an der Wand. Das Geistestrio behält gegen alle Widerstände die Oberhand. Stark ist das Bild mit einem halben Dutzend toter Knaben. In der Wanne. Erhängt. Mit dem PkW verunglückt. Im Fenster eines brennenden Hauses. Zu guter Letzt also noch ein exemplarisch gegenwärtiges Zeichen. Am Ende steigt ein neuer Knabe ins frisch bezogene Krankenbett. </p> <p>Für die Eskalation des tödlichen Soges findet Reimann genauso instinktsicher Tutti-Crescendi, wie er die Eloquenz seiner Figuren umspielt, sie vorantreibt und trägt. Das ist handwerklich meisterhaft gearbeitet, wie intuitiv erfühlt. Neben Rachel Harnisch überzeugen <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/74944" target="_blank">Annika Schlicht</a> als Marthe und Bellangère, <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/78164" target="_blank">Ronnita Miller</a> als Dienerin ebenso wie <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/52962" target="_blank">Seth Carico</a>, <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/39028" target="_blank">Stephen Bronk</a> und <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/39342" target="_blank">Thomas Blondelle</a> in den diversen Männerrollen. Die Countertenöre <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/126466#bio" target="_blank">Tim Severloh,</a> <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/126349">Matthew Shaw</a> und <a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/ensemble/126348">Martin Wölfel</a> nutzen ihre Rolle als Dienerinnen der geheimnisvollen Königin natürlich als Steilvorlage für diverse virtuose Kunststücke.</p> <p>Das Orchester der deutschen Oper und sein GMD sind mit Eifer bei der Sache – der Komponist jedenfalls war über ihre Arbeit im Graben offensichtlich begeistert. Alle zusammen lieferten eine dunkel leuchtende Opernnovität! Über den Tod, ohne den das Leben nicht zu feiern ist.</p> <p><em>Weitere Termine: 18./22./25./31. Oktober</em></p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>L’Invisible</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Dunkel leuchtend</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Aribert Reimann</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2017-10-08T12:00:00Z">08.10.2017</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Medialink</div> <div><a href="https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/presse#invisible-l">Fotos und weitere Informationen auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin</a></div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Vasiliy Barkhatov</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Donald Runnicles</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Maurice Maeterlinck</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 09.10.2017 - 11:03</div> <div><span lang="" about="/user/89" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joachim Lange</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/l_invisible_55stephenbronk.jpg?itok=Rr8wiQ0p" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Aribert Reimann: L’invisible" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/l_invisible_55stephenbronk.jpg?itok=PgxW1APe" width="1800" height="1200" alt="l_invisible_55stephenbronk.jpg" title="l_invisible_55stephenbronk.jpg" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> </div> </div> </div> Mon, 09 Oct 2017 09:03:02 +0000 Joachim Lange 10368 at https://die-deutsche-buehne.de Giacomo Meyerbeer: Vasco da Gama https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/reisewarnung-aus-dem-hause-meyerbeer <span>Giacomo Meyerbeer: Vasco da Gama</span> <span><span lang="" about="/user/89" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joachim Lange</span></span> <span>Mo., 05.10.2015 - 09:43</span> <div><p>In der Grand Opera „Vasco da Gama" von Giacomo Meyerbeer (1791-1864) ist die Stimme der Vernunft spät zu vernehmen. Und sie ist weiblich. Da ist der Irrsinn schon ziemlich weit fortgeschritten, schon massenhaft versklavt und gemordet und aus Rache wieder versklavt und geopfert worden. Bis endlich die indische Königin Selica den einen, aus heutiger Sicht vernünftigen Gedanken fasst, um die religiösen Eiferer in ihren Reihen zu stoppen und sich selbst den geliebten „Feind“ als Mann zu erhalten. Dabei hatte der Portugiese Vasco da Gama sie als Sklavin gekauft, als es gerade passte aber auch mit leichter Hand wieder verschenkt. Jedenfalls setzt sich Selica mit ihrem Plan durch: Sie gibt den kühnen Seefahrer, der beim Gemetzel nach ihrer Ankunft daheim noch übrig geblieben war, als ihren Gatten aus, der ihr Leben und ihre Ehre gerettet habe und lässt sich das öffentlich ausgerechnet vom Scharfmacher und in sie verliebten Priester Nelusco bestätigen. Das verschafft dem viereinhalbstündigen Abend zu fortgeschrittener Stunde ein ausführliches Liebesduett der beiden. Soviel Happyend ist trügerisch und kann natürlich nicht gut gehen. Zumal Vascos eigentliche portugiesische Braut Ines, dank Eugèn Scribes konsequenter Librettisten-Willkür, den Massenmord an den mit gesegelten (noch so eine Erfindung) Frauen überlebt hat und sich zu einem passgenauen Auftritt in der Liebesnacht der indischen Königin und  ihres portugiesischen Seefahrers einfindet. Am Ende wundert man sich dann auch nicht, dass diese zu Lebzeiten Meyerbeers nicht mehr uraufgeführte Grand Opera eigentlich „Die Afrikanerin“ heissen sollte, obwohl die Titelheldin aus Indien stammt.   </p> <p>Die Deutsche Oper in Berlin wendet sich bewusst mit dieser Spielzeit der Grand Opera zu und Vera Nemirovas Inszenierung  eröffnet diesen Reigen. Auch wenn Wagner ja bekanntlich über seinen recht weltoffenen französischen Konkurrenten lästerte, dass dessen Musik „Wirkung ohne Ursache sei“ ist das ein begrüßenswertes Vorhaben. Auch der Verächter gesteht ihm damit ja zumindest die gewaltige Wirkung zu, die der zu seiner Zeit hatte. Dass dessen Musik die auch heute noch zu entfalten vermag, davon konnte man sich bei Enrique Mazzola und dem Orchester der Deutschen Oper überzeugen. Mit großen Tableaus, standfesten Solisten und einem gewaltigen Choraufwand ging es ans eloquente Schwelgen. Das ist musikalisch allemal großes Kino. Und „Vasco da Gama" wie die kritische Neuausgabe, die vor zwei Jahren in Chemnitz uraufgeführt wurde, sinnvoller heisst, ist ein Musterexemplar der Gattung. Etwas gewöhnungsbedürftig aber doch faszinierend, halt die französische Variante der großen Wagner- oder Verdigeste.</p> <p>Am Ende braucht man ein weites Herz, um zusammen zu denken, was nicht immer so ganz zusammenpasst. Das Einheitsbühnenbild von Jens Kilian hilft dabei – obwohl die halbrunde Riesen-Scheibe und die darum aufgestellte Kuppel aus Segmenten die an Calatrava erinnert, die Palast und Schiff genauso wie Tempel oder Todesbaum sein können, die direkte Bebilderung der Geschichte mehr verweigert, als liefert. Nemirova erzählt gleichwohl vom Wahnsinn auf allen Seiten. Vom rassistischen Erobererhochmut der Europäer, die sich einfach die schönsten Teile der Welt zusammenrauben und die Menschen, die dort leben, versklaven. Aber auch von der mörderischen Brutalität der in dem Falle indischen Glaubensfanatiker, die am liebsten allen Ungläubigen die Kehle durchschneiden würden. Und es machen, wenn sie können. So wechselt der bei Roberto Alagna manchmal etwas allzu kraftvoll angeraute, oft schmetternde Vasco ziemlich bedenkenlos zwischen seiner angebeteten Inès (die Nino Machaidze leidenschaftlich ausstattet) und der Titelheldin, die Sophie Koch mit Würde und manchmal der betonten Härte versieht, die ihre Selbstaufopferung unter dem magischen Giftbaum am Ende glaubhaft macht. Nemirova versucht gar nicht erst den Tableaus zu entkommen, sie arrangiert sich damit. Manchmal blitzt der Kurzschluss zwischen dem Zusammenprall der Kulturen von damals und heute wie in einem Spott auf und spielt mit den Bildern von heute. Meist aber bleibt den Zuschauern der Raum für eigene (Rück-)Schlüsse. Was kein Nachteil ist.    <br /> </p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Vasco da Gama</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Reisewarnung aus dem Hause Meyerbeer</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Giacomo Meyerbeer</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2015-10-04T12:00:00Z">04.10.2015</time> </div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Vera Nemirova</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Enrique Mazzola</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 05.10.2015 - 09:43</div> <div><span lang="" about="/user/89" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joachim Lange</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/kk_mt_berlin_vasco.jpg?itok=yP0wwrCy" width="100" height="70" alt="Thumbnail" title="Giacomo Meyerbeer: Vasco da Gama" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/kk_mt_berlin_vasco.jpg?itok=aqI_4JCA" width="1800" height="1200" alt="Szene aus &quot;Vasco da Gama (L’Africaine – Die Afrikanerin)&quot; an der Deutschen Oper Berlin" title="Szene aus &quot;Vasco da Gama (L’Africaine – Die Afrikanerin)&quot; an der Deutschen Oper Berlin" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Bettina Stöss</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Szene aus &quot;Vasco da Gama (L’Africaine – Die Afrikanerin)&quot; an der Deutschen Oper Berlin</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 05 Oct 2015 07:43:10 +0000 Joachim Lange 9831 at https://die-deutsche-buehne.de Giuseppe Verdi: Falstaff https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/das-leben-traegt-maske <span>Giuseppe Verdi: Falstaff</span> <span><span lang="" about="/user/189" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Wolfgang Behrens</span></span> <span>Mo., 18.11.2013 - 16:01</span> <div><p>Oft reicht eine Verkleidung, und schon ist Komödie. Wobei es ein komödiantisches Grundprinzip ist, dass sowohl die Zuschauer als auch die verkleidete Bühnenfigur um die Verkleidung wissen und so einen Informationsvorsprung vor weiteren handelnden Charakteren haben, die von der Verkleidung gefoppt werden. Christoph Loy hat nun in seiner Neuinszenierung von Verdis „Falstaff“ an der Deutschen Oper Berlin – es ist bereits Loys zweiter „Falstaff“ nach einer Produktion 1994 in Maastricht – mit diesem Komödiengesetz gebrochen: Immer wieder entledigen sich hier die Figuren ihrer Perücken, Kostüme und Aufpolsterungen, ohne dass man wüsste, wann der „eigentliche“ Charakter zum Vorschein kommt – im sporadisch zitierten historisierenden Kostüm, in der karikierten Alltagsklamotte oder im Abendkleid. Der Informationsvorsprung ist perdu, und rätselhafterweise scheint er nicht einmal mehr bei den Figuren selbst zu verbleiben: Sie finden sich in Rollen, ohne sich ihrer selbst sicher zu sein. Es ist dies wohl der Witz von Loys Inszenierung: Die Verkleidung ist nicht nur eine Strategie, um andere zu täuschen, die Verkleidung täuscht sogar das eigene Ich. Tutto nel mondo è – maschera!</p> <p>Das Verwirrspiel um die Identitäten nimmt schon mit dem Rahmensetting seinen Lauf: Inspiriert von Verdis später Gründung einer „Casa di Riposo per musicisti“, eines Altersheims für Musiker, präsentiert Loy das „Falstaff“-Personal als muntere Runde alter Leutchen. Erspielen sich diese lustigen Greise von Windsor, wenn sie ihre Altersattribute abstreifen und plötzlich als junge Menschen vor uns stehen, ihre frühere, nicht zuletzt libidinöse Vitalität? Oder spielen hier junge Leute Greise (was allein dadurch der Fall ist, dass die Berliner Aufführung im Schnitt recht jung besetzt ist)?</p> <p>Das unsichere Prinzip Maske greift bei Loy auch auf den Habitus über: Wenn Ford in seiner Furcht, als gehörnter Gatte zu enden, den Nebenbuhler Falstaff als Signor Fontana aufsucht, erzählt die gockelhafte Verzerrung, mit der Ford den Fontana spielt, womöglich mehr über seine Eifersucht, als ihm lieb ist. Die typisierte Verzerrung des Habitus gehört gewissermaßen zu Ford, nicht zu Fontana; der Verkleidete ist durch seine Verkleidung mitnichten Herr der Situation, ja, nicht einmal Herr der angenommenen Rolle. Umgekehrt wirkt Fords Ehefrau Alice in dieser Aufführung niemals „authentischer“, als wenn sie in vermeintlicher Verstellung auf das Liebeswerben Falstaffs eingeht: Von einer wirklichen Liebesszene ist das Treffen Falstaffs mit Alice hier nicht zu unterscheiden.</p> <p>Christoph Loy mag zwar ein komödiantisches Prinzip auf den Kopf gestellt haben, die Komödie selbst aber hat er nicht verraten. Sie kommt hier mit Mitteln Brechts und der <em>Commedia dell’arte</em> daher – ein halbhoher roter Samtvorhang umsäumt die Bühne Johannes Leiackers, auf die Requisiten wird mit dem Finger gezeigt: Wird eine Tür benötigt, trägt man sie herein, und natürlich passen Falstaff und Ford nicht gemeinsam hindurch. Im Masken- und Verstellungsspiel bleibt genügend Raum für Situations- und Typenkomik.</p> <p>Was indes zu kurz kommt, ist die Charakterisierung der Hauptfigur: Was das Faszinosum des dicken Ritters Falstaff, dieses fulminanten epikureischen Außenseiters, ausmacht, erzählt sich an diesem Abend nicht. Das hängt vielleicht auch mit dem jungen Noel Bouley zusammen, der die Rolle vor einigen Wochen vom erkrankten Berliner Publikumsliebling Markus Brück übernommen hat: Bouley bringt sängerische Intelligenz und einigen Spielwitz mit, für einen Falstaff aber fehlt es ihm noch an Urgewalt. Stimmlich schlank und ausgewogen, doch ebenfalls etwas brav gestaltete Barbara Haveman ihre Alice, so dass Michael Nagy als wunderbar flexibel agierender Ford, Dana Beth Miller mit ihren schier markerschütternden „Reverenza“-Grüßen als Mrs. Quickly und Elena Tsallagova als zauberisch hell timbrierte Nannetta der Premiere die sängerischen Glanzlichter aufsetzten.</p> <p>Komödie ist immer auch Präzision, an ihr allerdings mangelte es manchmal in der Abstimmung zwischen Bühne und Orchester. Letzteres spielte unter Donald Runnicles farbenfroh und mit Sinn für den klanglichen Effekt, vor einigen Wochen freilich konnte man die „Falstaff“-Partitur in Stuttgart mit Sylvain Cambreling doch deutlich zugespitzter erleben, in weitaus höherem Maße auf den witzigen Punkt gebracht. In Berlin muss man den Witz woanders suchen, aber – und das ist tröstlich – verloren gegangen ist er nicht.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Falstaff</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Das Leben trägt Maske</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Giuseppe Verdi</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2013-11-17T12:00:00Z">17.11.2013</time> </div> </div> <div> <div>Medialink</div> <div><a href="http://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/falstaff.11331386">Fotogalerie auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin</a></div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Christof Loy</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Donald Runnicles</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>William Shakespeare</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mo., 18.11.2013 - 16:01</div> <div><span lang="" about="/user/189" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Wolfgang Behrens</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/falstaff_18_hansjoergmichel.jpg?itok=ndu9M4b_" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Giuseppe Verdi: Falstaff" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/falstaff_18_hansjoergmichel.jpg?itok=bXEUTfYs" width="1800" height="1200" alt="falstaff_18_hansjoergmichel.jpg" title="falstaff_18_hansjoergmichel.jpg" typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Hans Jörg Michel</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Der Meister selbst ist auch dabei: Szene aus Christof Loys &quot;Falstaff&quot; mit dem Chor und der Statisterie der Deutschen Oper Berlin sowie Noel Bouley, Joel Priet und Elena Tsallagova.</div> </div> </div> </div> </div> Mon, 18 Nov 2013 15:01:11 +0000 Wolfgang Behrens 9263 at https://die-deutsche-buehne.de : Bismarckstraße 35. Eine Konzertinstallation mit Musik von Helmut Lachenmann https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/eine-wahrnehmungsdehnung <span>: Bismarckstraße 35. Eine Konzertinstallation mit Musik von Helmut Lachenmann</span> <span><span lang="" about="/user/27" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Barbara Eckle</span></span> <span>Mi., 19.09.2012 - 13:34</span> <div><p>„Keine Sauna hier“ versprechen Transparente im Innenhof des hinteren Gebäudeteils der Deutschen Oper, denn sie soll nach hundertjähriger Geschichte wegen Besuchermangels abgerissen werden und durch die „Bismarck Arkaden“, ein Erlebnis-Shoppingcenter mit Solarium-Park und gigantischen Food-Courts, ersetzt werden. Ein letztes Mal bietet sich die Gelegenheit einer Führung durchs Haus. An den vier renitenten Orchestermusikern, die es besetzt halten, möge man sich nicht stören. Eine Räumungsklage ist im Gang. So das Ausgangsszenario. </p> <p>Jedem Besucher wird noch schnell eine Taschenlampe in die Hand gedrückt und die Nostalgiereise durch die Gedärme der Oper kann beginnen. Sie führt vom unterirdischen Möbelfundus hinauf zu den Umkleiden, wo Kuchenreste und Konfetti von einem rauschenden Abschiedsfest erzählen. Plötzlich Stromausfall. Im Stockdunkeln vernimmt man ein Knarren und Jaulen, aus der Ferne erklingt so etwas wie eine Antwort. Langsam erkennt das Auge wie eine Gestalt mit Geige durch den Raum geistert. Aus den Geräuschen werden Töne, aus den Tönen wird Bachs Doppelkonzert in d-Moll. Da geht das Licht an, die Musik ist aus und die Gestalt verschwunden. </p> <p>In einem einer Rumpelkammer gleichenden Proberaum unter dem Dach spielen die vier Okkupanten in Barocker Tracht, gepuderter Perücke und Sonnenbrille Schuberts Quartett „Der Tod und das Mädchen“. Doch erwartungsgemäß geht das nicht lange gut. Schon bald werden sie von diabolischem Baulärm übertönt, der den ganzen langen Abstieg durchs Treppenhaus in bekanntere Gefilde begleitet. Aber kommt dieser ohrenbetäubende Maschinenlärm nicht auch von Streichinstrumenten? Oder spinne ich jetzt? </p> <p>Spätestens als das versprochene 3. Streichquartett „Grido“ von Helmut Lachenmann im heimisch wirkenden Foyerbereich erklingt, wird der Sinn der von Alexander Charim inszenierten Konzertinstallation „Bismarckstraße 35“ klar. Von dieser Gehörschulung – oder besser: Wahrnehmungsdehnung – auf die Relativität und Spannbreite von Geräusch und Klang eingeschworen, wirkt Lachenmanns Musik im Kontrast vollkommen transparent, geradezu vertraut. Auch die Musiker haben sich ihrer Verkleidung entledigt und treten wieder in gewohnter schwarzer Konzertkleidung auf, als wäre nie etwas gewesen. Nur ein leichtes Schmunzeln huscht ihnen anfangs noch übers Gesicht, bevor sie mehr und mehr in der Intensität des breiten Klangspektrums versinken. Hören zu lernen in Lachenmanns Sinn der positiven Verunsicherung, ist die Idee des so witzig wie absurden Gangs durch das dunkle Haus. Akustische Geisterbahn. Prädikat: Pädagogisch wertvoll.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Bismarckstraße 35. Eine Konzertinstallation mit Musik von Helmut Lachenmann</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Eine Wahrnehmungsdehnung</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2012-09-18T12:00:00Z">18.09.2012</time> </div> </div> <div> <div>UA/DE/DSE</div> <div>UA</div> </div> <div> <div>Medialink</div> <div><a href="http://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/bismarckstrasse-35.10587461">Fotostrecke auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin</a></div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>Alexander Charim</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>Mi., 19.09.2012 - 13:34</div> <div><span lang="" about="/user/27" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Barbara Eckle</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/berlin_bismarck.jpeg?itok=VAwSxyaG" width="100" height="66" alt="Thumbnail" title="Bismarckstraße 35" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/berlin_bismarck.jpeg?itok=Uf7Mjz9K" width="1800" height="1200" alt="Musik im Labyrinth: Impression aus der Konzertinstallation &quot;Bismarckstraße 35&quot; an der Deutschen Oper Berlin." title="Musik im Labyrinth: Impression aus der Konzertinstallation &quot;Bismarckstraße 35&quot; an der Deutschen Oper Berlin." typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Thomas M. Jauk</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Musik im Labyrinth: Impression aus der Konzertinstallation &quot;Bismarckstraße 35&quot; an der Deutschen Oper Berlin.</div> </div> </div> </div> </div> Wed, 19 Sep 2012 11:34:15 +0000 Barbara Eckle 8886 at https://die-deutsche-buehne.de Helmut Lachenmann: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern https://die-deutsche-buehne.de/kritiken/vor-anekdoten-wird-gewarnt <span>Helmut Lachenmann: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern</span> <span><span lang="" about="/user/49" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Detlef Brandenburg</span></span> <span>So., 16.09.2012 - 13:47</span> <div><p>Immer wieder, wenn man die seltene Gelegenheit hat, Helmut Lachenmanns 1997 an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführtes Musiktheater „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ zu erleben, fragt man sich, wie viel Theater dieses Referenzwerk, wie viele Bilder diese „Musik in Bildern“ (so der Untertitel) überhaupt braucht. Denn genau das ist für jeden Regisseur ja das Problem: dass die Bilder schon in der Musik sind, ganz konkret, als Klangereignis in diesem einzigartigen Kosmos an der Grenze zwischen Musik und Geräusch. Das Lippenbeben des frierenden kleinen Mädchens, das Hans Christian Andersen in einer frostigen Silvesternacht auf Irrfahrt in den Tod schickt; das Ritsch des Anreißens und die Flamme des Zündholzes, bei der es ein wenig Wärme sucht; das Hereinbrechen eines Textes von Gudrun Ensslin, auch sie eine Ausgestoßene einer kalten Gesellschaft und auf ihre radikale Weise selbst ein Zündholzmädchen; die klingenden Visionen, die ihr in den kleinen Flammen aufscheinen, der klingelnde Kaufladen, das Abendfunkeln des Sternenhimmels, die machtvolle Transzendenz der Himmelfahrt – all das ist da und die Geschichte dazu, auch deren weit ausgreifende Assoziationsräume, die Lachenmann durch Zitate von Ensslin und Leonardo da Vinci aufspannt. </p> <p>Gegenüber diesem musikalisch konkreten, semantisch aber sehr weit offenen Klang- und Bedeutungsreichtum wirken optische Bilder und Aktionen ganz schnell banal, aufdringlich, kitschig. Während allein das Musizieren des riesigen, räumlich aufgestellten Orchesters eine hohe theatrale Qualität hat; es ist fast schon dramatisches Abenteuer genug, den Musikern bei der Klangerzeugung zuzuschauen. Vielleicht also braucht es da gar keine weiteren Bilder? Weder die Inszenierung von Achim Freyer in Hamburg noch die von Peter Mussbach in Stuttgart konnte diese Frage wirklich schlagend beantworten, schon bei der Uraufführung war die Szene eine eher atmosphärisch wirksame Zutat gewesen, ohne starke interpretatorische Dimension. Da hat nun David Hermann, dessen Inszenierung den mutigen Auftakt zur Intendanz von Dietmar Schwarz an der Deutschen Oper Berlin bildete, einen weitergehenden Ehrgeiz: Er will etwas Eigenes erzählen und der Musik neue Bedeutungsdimensionen hinzufügen. Und anfangs hält er das Geschehen tatsächlich derart geschickt in einer assoziativen Schwebe, dass man an ein Gelingen glaubt. Doch dann erzählt er zuviel, zu aktionistisch, zu anekdotisch – und verschenkt die Chance.</p> <p>Eindrucksvoll ist, wie die Allgegenwart des riesigen Orchesters den Anblick der Bühne mitbestimmt. Wobei – was heißt hier „Bühne“? Schließlich wird hinter dem Eisernen Vorhang der Deutschen Oper noch renoviert, die neue Technik wird erst am 21. Oktober mit Philipp Stölzls „Parsifal“ in Betrieb genommen. Auf dem überbauten Orchestergraben aber, rechts und links an den Seiten, auf den Rängen im Auditorium, überall sitzen Chorsänger und Orchestermusiker. Und mitten auf der Vorbühne steht Christof Hetzers imposanter dreistöckiger Bühnenaufbau, den man das als Querschnitt durch ein bürgerliches Wohnhaus lesen könnte: Unten im Wohnzimmer steht ein Flügel, in der Etage darüber hat ein Mann, womöglich der Hausherr, sein Hobbyzimmer mit Videosammlung, auf dem Dachboden treibt offenbar ein Kind verbotene Dinge. Die beiden braven Töchter unten im Klavierzimmer aber, beide in Pullover und Faltenrock, entdecken einen Notenband, aus dem die Klänge von Lachenmanns Musik unmittelbar hervorzudringen scheinen. Und diese Klänge lassen sie erschauern: Der Frost, der in ihnen ist, scheint auch in dieses Haus längst eingezogen zu sein. Papa jedenfalls schaut oben im Hobbyraum ziemlich seltsame Videos, fast sieht es aus, als habe er die Ermordung einer blonden Schönen gefilmt, deren Körper er im Regal verwahrt. </p> <p>Wobei das alles aber viel vager bleibt, als es sich hier aufschreiben lässt – genau das ist anfangs die Stärke der Inszenierung: Sie ist konkret genug, um Interpretationsangebote zu machen, in ihren Rätselbildern und den von Sommer Ulrickson choreografierten Slow-Motion-Aktionen zugleich aber so surreal, dass alles auch ganz anders sein könnte. Auch dass Hermann und Hetzer die soziale Kälte, die Lachenmann Klang werden lässt, ins bürgerlich-häusliche Milieu projizieren, macht ja Sinn: Genau hier, in der Privatsphäre, wird die Inhumanität der Konsumgesellschaft internalisiert und erlitten, genau hier bringt sie ihre unterdrückten, angepassten oder eben ihre revoltierenden Kinder hervor. Doch wenn dann das dritte Mädchen wie eine Manga-Kriegerin durch die Luftschächte turnt, mit einem schwarzen Gegner kämpft und auf dem Dachboden Chemikalien mixt; wenn schwarze Asche unten ins Klavierzimmer weht und ein „nasser Onkel“ (so heißt er wirklich im Programmheft) in Kaufhaustüten Sektflaschen und Silvesterfeuerwerk hereinbringt – dann verliert sich Hermann heillos im anekdotischen Aktionismus, der quer zur Musik steht. Und wenn er schließlich bei der Himmelfahrt die Großmutter als leibhaftige fernöstliche Traditionsikone auf die Bühne stellt und die Manga-Maid allen Ernstes in ein Sternenhimmel-Video entschweben lässt, während auf dem Screen links der Videomann seine blonde Schöne ins Wasser treibt – da hilft dann alles nichts mehr, dann sind wir beim tumben Kitsch angekommen. Schade!</p> <p>Musikalisch aber war auch diese Aufführung wieder ein Hörerlebnis, wie man es sonst kaum je in der Oper erleben kann, wofür in allererster Linie Lothar Zagrosek verantwortlich zeichnet, der bereits die Hamburger Uraufführung und die Stuttgarter Produktion 2001 leitete und das Geschehen auch diesmal mit Respekt einflößender Souveränität koordinierte und vor allem animierte. Was in diesem Fall wohl besonders schwierig war, weil die beiden extrem geforderten Solosopranistinnen Hulkar Sabirova und Yuko Kakuta zugleich auch die beiden Klaviermädchen spielten – und auswendig singend wirklich Phantastisches leiteten. Dass man die Zuspielung der Ensslin-Texte und manche rhythmische Verzahnung von anderen Aufführungen prägnanter in Erinnerung hatte, mag den speziellen akustischen Gegebenheiten an der Deutschen Oper geschuldet sein, wo das Orchester sehr weit auseinandergezogen saß und in dieser schwierigen Situation gleichwohl empathisch und klanglich dicht agierte in all den Artikulationsextremen, die Lachenmann ihm abverlangt. Man spielte die bereits in Tokio und Salzburg aufgeführte Neufassung, in der der Da-Vinci-Text nicht mehr in Gestalt der Komposition „Zwei Gefühle“ erscheint, sondern nahezu unbegleitet wie eine dadaistische Sprech-Arie hervortritt und dadurch etwas heterogen bleibt – hier und in einigen anderen Details wirkt die Erstfassung vielleicht doch kohärenter. Wie auch immer: Es war, auch dank der enormen Vorbereitungsarbeit, die neben Zagrosek der Chorleiter William Spaulding und der für die musikalische Einstudierung mitverantwortliche Matthias Hermann leisteten, ein grandioses Musikerlebnis und ein starker Start für den neuen Intendanten Dietmar Schwarz.</p> </div> <div> <div>Stück</div> <div>Das Mädchen mit den Schwefelhölzern</div> </div> <div> <div>Überschrift der Kurzkritik</div> <div>Vor Anekdoten wird gewarnt</div> </div> <div> <div>Autor/Komponist/Choreograf</div> <div>Helmut Lachenmann</div> </div> <div> <div>Premierendatum</div> <div><time datetime="2012-09-15T12:00:00Z">15.09.2012</time> </div> </div> <div> <div>Medialink</div> <div><a href="http://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/das-maedchen-mit-den-schwefelhoelzern.10345926">Fotostrecke auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin</a></div> </div> <div> <div>Regie</div> <div>David Hermann</div> </div> <div> <div>Stadt</div> <div><a href="/taxonomy/term/634" hreflang="de">Berlin</a></div> </div> <div> <div>Theater</div> <div><a href="/taxonomy/term/1484" hreflang="de">Deutsche Oper</a></div> </div> <div> <div>Musikalische Leitung</div> <div>Lothar Zagrosek</div> </div> <div> <div>Autor der Vorlage</div> <div>Hans Christian Andersen</div> </div> <div> <div>Genre</div> <div>Musiktheater</div> </div> <div> <div>Bild</div> <div><div> <div>So., 16.09.2012 - 13:47</div> <div><span lang="" about="/user/49" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Detlef Brandenburg</span></div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/thumbnail/public/transform.php.jpg?itok=tjOMwLo1" width="100" height="67" alt="Thumbnail" title="Helmut Lachenmann: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" typeof="foaf:Image" /> </div> <div> <div>Bild-Datei</div> <div> <img src="/sites/default/files/styles/banner/public/transform.php.jpg?itok=eJrVvji4" width="1800" height="1200" alt="Szene aus David Hermanns Inszenierung von Helmut Lachenmanns &quot;Das Mädchen mit den Schwefelhölzern&quot;." title="Szene aus David Hermanns Inszenierung von Helmut Lachenmanns &quot;Das Mädchen mit den Schwefelhölzern&quot;." typeof="foaf:Image" /> </div> </div> <div> <div>Urheber/Copyright</div> <div>Bernd Uhlig</div> </div> <div> <div>Beschreibung</div> <div>Szene aus David Hermanns Inszenierung von Helmut Lachenmanns &quot;Das Mädchen mit den Schwefelhölzern&quot;.</div> </div> </div> </div> </div> Sun, 16 Sep 2012 11:47:02 +0000 Detlef Brandenburg 8878 at https://die-deutsche-buehne.de