Landunter in Düsseldorfs Opernhaus

Von Detlef Brandenburg am 26.11.2019 • Bild: Deutsche Oper am Rhein
Das Bild zeigt: Nach dem Wasserschaden am Düsseldorfer Operhaus: Bautrockner im Ensatz!

In den letzten zehn Jahren sind garantiert mehr Theater durch Fehlauslösungen der Sprinkleranlagen abgesoffen als durch Feuersbrünste vorhehrt worden. Dafür lege ich – um im Bilde zu bleiben – meine Hand ins Feuer! Zugleich verursachen Brandschutzauflagen samt der entsprechenden Einrichtungen und Bauvorschriften bei Neubau- und Sanierungsprojekten immer gravierende Kostensteigerungen. Überspitzt gesagt: Der Brandschutz nagt schwer an den Gebäuden. Und das ist schon eine ziemlich bizarre Situation, über deren Sinnhaltigkeit nachzudenken man den zuständigen Stellen in Deutschland und Europa vielleicht doch mal ans Herz legen sollte.

Gestern Abend nun hat es das Düsseldorfer Haus der Deutschen Oper am Rhein erwischt. Aufgrund einer Fehlauslösung der Sprinkleranlage wurden Teile der Bühne und des Orchestergrabens durch austretendes Löschwasser beschädigt. Bühnentechniker schalteten die Sprinkler zwar innerhalb weniger Minuten manuell wieder aus, sodass der Wasserschaden auch mithilfe der städtischen Feuerwehr, deren Einsatzkräfte umgehend vor Ort waren, beschränkt werden konnte. Doch das exakte Ausmaß  wird noch ermittelt. Und die nächsten beiden Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf – „Samson et Dalila“ am Mittwoch, 27. November, und „Hänsel und Gretel“ am Donnerstag, 28. November – fallen schon mal aus. Ob der Vorstellungs- und Probenbetrieb im Opernhaus Düsseldorf ab Freitag wieder aufgenommen werden kann, wird derzeit geprüft.
 
Seit Mitternacht laufen nun im Bühnenbereich und Orchestergraben Bautrockner zur Entfeuchtung. Mitarbeiter von Spezialfirmen arbeiten derzeit mit Hochdruck gemeinsam mit dem technischen Personal der Deutschen Oper am Rhein, den Eisernen Vorhang, die Brandmeldeanlage und elektrischen Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Zudem werden die komplexen bühnentechnischen Anlagen auf etwaige Schädigungen durch eingetretenes Löschwasser überprüft. Auch ist noch unklar, inwieweit das Wasser Instrumente im Orchestergraben in Mitleidenschaft gezogen hat. Die Deutsche Oper am Rhein informiert auf ihrer Webseite operamrhein.de über die aktuellen Auswirkungen des Wasserschadens auf den Spielplan. Bereits erworbene Tickets für die Vorstellungen am 27. und 28. November werden erstattet bzw. können für spätere Vorstellungstermine eingetauscht werden.