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Theatergift?

Händl Klaus: Gabe/Gift

CrossoverPremiere:  (UA)   Theater: Schauspiel Köln
Regie: Anna Viebrock   Foto: Walter Mair 
Von Detlev Baur am 08.03.2013

Vater Otto ist Polizist, der Sohn Landschaftsgärtner, die Schwiegertochter auch Polizistin. Die Mama will Fliesen verlegen für den „Erfrischungsraum“ im Keller des Hauses, der wie eigentlich alles in diesem Stück vieldeutig anders ist. Der (inzestuös?) geliebte Sohn soll den entkräfteten Vater erstechen; die Schwiegertochter greift ein verdächtiges Pärchen auf und begibt sich mit ihnen auf Schatzsuche in Nachbarsgarten. Schließlich treffen die Gruppen im Keller zusammen, mit offenem Ende. Die Dialoge lässt Händl Klaus in diesem „Stück für Musik“ ineinander übergehen, oft spricht eine Person nur ein Wort, der Satz wird vom Mitsprecher weiter- und umgedeutet. Damit entwickelt „Gabe/Gift“ beim Lesen einen lyrischen Sog, von dem in Anna Viebrocks Uraufführungsinzenierung lange wenig zu spüren ist.

Der Raum ist ein Mittelding zwischen großem Souterainzimmer und tief liegender Terrasse oder offener Garage. Teilweise gefliest, teilweise mit weiß gestrichener Wand, am Rand Gerümpel – und die zwei Musiker Simon Strasser und Ernst Surberg, die mit Holzblasinstrumenten und Keyboard überwiegend mit Oboen- und Cembalo-Klängen zwischen Filmmusik und Rezitativ-Begleitung das Gespräch ausmalen. Doch bleibt das Sprechen (mit Marion Breckwoldt, Josef Ostendorf und Nikolaus Benda) leb- und spannungslos. Erst mit Julia Wieningers Polizistin kommt etwas Schalkhaftes in das arg ungefähre Geschehen. Wenn dann die überrumpelten Nachbarn als skurrile Gruppe bei der seltsamen Polizisten-Familie erscheinen, erhält auch das Sprachdurcheinander kraftvollere Farbigkeit. Ob man sich deswegen für diese kindlichen Todgeweihten interessieren muss, bleibt eine sehr persönliche Frage. Auf Spielel Online schrieb ein Leser nach einem hymnischen Vorbericht: „Für die Schauspieler sicherlich eine Herausforderung, und die Regie kann sich schön an dem komplexen Text abarbeiten – aber anschauen möchte ich mir so was eher nicht.“

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