Florian Lutz wird Intendant in Kassel

Von Detlef Brandenburg am 18.11.2019 • Bild: Falk Wenzel
Das Bild zeigt: Kassels desginierter Intendant Florian Lutz

Die gute Nachricht das Tages kommt aus Kassel: Florian Lutz wird als Nachfolger von Thomas Bockelmann Intendant des dortigen Staatstheaters. Lutz war 2016 Intendant der Oper Halle geworden und hatte diese seitdem auf einen fundamentalen Erneuerungskurs gesteuert, der überregional große Beachtung fand und zugleich in Halle auf große Resonanz traf. Dass ihm am Ende die Verlängerung seines Vertrags auf weitere  fünf Jahre verweigert wurde, hat auch nach ausdrücklicher Auskunft des Halleschen Oberbürgermeisters Bernd Wiegand nichts mit einem etwaigen Scheitern seines künstlerischem Konzepts zu tun, sondern vielmehr mit politischen Konstellationen im Aufsichtsrat der Theater und Orchester Halle GmbH und mit einem gestörten Verhältnis des dortigen Geschäftsführers Stefan Rosinski zu den Sparten Schauspiel und Oper.

Insofern ist es auch für die Stadt Kassel ein Coup, dass sie einen Theaterchef gewinnen konnte, der zumindest in der Oper als einer der kreativsten und innovativsten Künstler der Szene gelten kann. Dass er nun seine Arbeit unter hoffentlich günstigeren Bedingungen als in Halle fortsetzen kann, ist zudem ein Segen für die deutsche Theaterlandschaft, die Künstler wie ihn braucht, um auch in Zukunft auf der Höhe der Zeit und der Erwartungen der Zuschauer zu bleiben. Auf Florian Lutz und sein Team wartet nun allerdings eine weitere große Herausforderung. Er steht erneut vor der Aufgabe, das Publikum einer Stadt für sein innovatives Konzept von Theater zu gewinnen. Und er muss sich nun als Intendant eines Mehrspartenhauses bewähren. Mit welchem Team er das tun will, wird man möglicherweise bei seiner offiziellen Vorstellungs-Pressekonferenz am 22. November in Kassel erfahren.

DIE DEUTSCHE BÜHNE hat sich in dem Themenheft „Musik-(Stadt-)Theater“ ausführlich mit dem Opernkonzept von Florian Lutz und seinem Team in Halle auseinandergesetzt. Es wird am 28. November auf einer Pressekonferenz in Halle vorgestellt und kann ab dann in der Redaktion kostenlos bestellt werden. Eine Kostprobe daraus finden Sie hier.