Zwischenruf: Comeback der Freiheitlichen?

Von Detlev Baur am 05.02.2020 • Bild: Matthias Horn / Burgtheater
Das Bild zeigt: „Schwarzwasser“ mit Martin Wuttke (links) ab 6. Februar am Wiener Burgtheater

Am Donnerstag, dem 6. Februar, wird am Wiener Burgtheater „Schwarzwasser“, das neue Stück von Elfriede Jelinek, uraufgeführt. Der Text verbindet auf die unnachahmliche Art der führenden Dramatikerin der Gegenwart den Fall des FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache durch das sogenannte Ibiza-Video mit dem gewaltsamen Außer-Kontrolle-Geraten eines Staates, wie es in den „Bakchen“ des Euripides beschrieben ist.

Am Ende heißt es in „Schwarzwasser“:
„Wir wollen wieder von allen ohne Wahl gefeiert sein, mit Wahl aber auch. Die Zahl ists nicht, worin wir unsre Ehre setzen. Hauptsache mehr und daß wir nicht mehr verschmäht werden. Sonst erlischt euch das Tageslicht und aus. Das ist zu schaffen. Daß wir wiederkehren, das ist zu schaffen. Eindeutig.“

Am Vortag der Uraufführung, an dem in Thüringen ein Politiker, der mit gerade 5 Prozent in den Landtag eingezogenen Freien Demokratischen Partei Deutschlands, auch mit Stimmen der AfD, zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, hat sich in dem Stück über die rechtspopulistischen Freiheitlichen die seherische Kraft der österreichischen Autorin leider wieder einmal als allzu hellsichtig erwiesen. Jelineks Anmerkungen zur Uraufführung sind überschrieben mit „Fischzug im Trüben“.