Barrie Kosky hört nun offiziell auf

Von Detlef Brandenburg am 31.01.2019

Nachtrag zu unserem Zwischenruf vom 29. Januar: Nun ist es offiziell, Barrie Koskys Vertrag als Intendant der Komischen Oper Berlin läuft mit Ende der Spielzeit 2021/22 aus. Dies gab heute auf einer Pressekonferenz Berlins Kultursenator Klaus Lederer bekannt. Für die Interimsspielzeiten während der Generalsanierung des Hauses an der Behrenstraße ab 2022 übernehmen Susanne Moser und Philip Bröking die Intendanz. Susanne Moser ist seit 2005 Geschäftsführende Direktorin des Hauses, Philip Bröking ebenfalls seit 2005 Operndirektor. Barrie Kosky bleibt der Komischen Oper Berlin aber über 2022 hinaus als Hausregisseur künstlerisch eng verbunden.  
 
Und das ist angesichts der Umstände vielleicht die beste aller möglichen Lösungen. Dass Kosky das Interim-Dasein, voraussichtlich im Schillertheater in Charlottenburg, nicht gerade verlockend findet, war gelegentlich in Berlin zu vernehmen. Ohne die Verpflichtungen als Intendant wird er daran sicher leichter tragen. Und das Haus behält ihn als Regisseur, der ganz entscheidend zum Erfolg der letzten Jahre beigetragen hat. Fürs Interim sofort einen neuen Intendanten zu verpflichten, hätte wenig Sinn gemacht. Welcher Top-Künstler bewirbt sich schon auf eine Baustelle? Wenn dann der Umzugstermin zurück ins Heimathaus feststeht (nein, wir verkneifen uns jetzt mal alles Geunke, dass es in Berlin doch gewiss nicht bei den jetzt geplanten fünf Jahren bleiben werde…), dann ist die Chefstelle viel attraktiver als vorher. Dann mag man die Geeignete oder den Geeigneten suchen.   
 
Klaus Lederer sagte dazu: „Ein so besonderes Haus wie die Komische Oper Berlin, das Saison für Saison für Begeisterung sorgt, kann gerade in der Phase des Umbaus und der Sanierung nur ein gut eingespieltes Team stemmen. Ich bin daher glücklich, dass Susanne Moser und Philip Bröking die Komische Oper Berlin als Ko-Intendanten ab 2022 leiten werden. Und ich bin glücklich darüber, dass es uns gelungen ist, den Garanten des Erfolges der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, als kreatives Mastermind am Haus und in der Stadt zu halten.“ Mastermind Kosky selbst gab zu Protokoll: „Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, ab 2022 wieder als freischaffender Künstler zu arbeiten. Nichtsdestotrotz empfinde ich eine große Verantwortung gegenüber der Komischen Oper Berlin. Als Hausregisseur werde ich der Komischen Oper Berlin künstlerisch verbunden bleiben und insgesamt zehn Produktionen in den fünf Interimsjahren inszenieren. Damit schaffen wir Kontinuität und halten weiterhin fest an der engen künstlerischen Verbindung von mir und dem Haus. Berlin ist inzwischen meine Heimat und die Künstlerinnen und Künstler und das Publikum dieser einzigartigen, fantastischen Stadt sind mein Sauerstoff. Ich freue mich auf 2022 und die Zeit danach mit einem Herz voll Dankbarkeit und Liebe.“