Bachmann bleibt

Von Detlev Baur am 23.05.2019 • Bild: Paul Leclaire
Das Bild zeigt: Stefan Bachmann: Ein Bild vom Anfang seiner Intendanz in Köln-Mülheim

Stefan Bachmann verlängert vermutlich seinen Vertrag als Intendant des Schauspiel Köln um zwei Jahre. Damit bleibt der Schweizer, der 2013 die Leitung des Schauspiels in Köln übernahm, bis 2023. Somit wird er vermutlich nicht das dauerrenovierte Schauspielhaus am Ofenbachplatz eröffnen können; dennoch hilft er dadurch der Stadt aus einer reichlich verfahrenen Situation. Denn nach der schlecht kommunizierten Bestallung Carl Philip von Maldeghems zu seinem Nachfolger im Januar diesen Jahres, die einen Proteststurm auslöste, woraufhin von Maldeghem seinen Verzicht erklärte, war die Stadt in Not, eine Nachfolge ab 2021 zu finden. Bachmann, der Ende 2017 noch einen Verzicht auf die ihm zustehende Vertragsverlängerung erklärt hatte, deutete daraufhin an, dass er auch länger in Köln bleiben könnte, wenn er denn gefragt würde.

Seine heute vom Theater und der Stadt angekündigte Vertragsverlängerung, die noch vom Rat der Stadt beschlossen werden muss, ist für alle Beteiligten eine gute Lösung – in einer insgesamt sehr unerfreulichen Situation. So kann Bachmann seine Arbeit, die seit dem Antritt von Chefdramaturgin Beate Heine seit 2017 neuen Schwung bekam und nun im Gesamtkonzept schlüssiger wirkt, in der Dauerübergangsspielstätte im Depot fortführen. Die geplante Findungskommission hat, laut Stadt, „nach wie vor die Aufgabe, eine Nachfolge für Stefan Bachmann zu sondieren, bekommt aber nun mehr Zeit.“ Bachmann selbst ist sich der Übergangssituation bewusst: „Ich freue mich sehr auf diese Verlängerung. Sie gibt mir die Möglichkeit, mein Interim abzuschließen.“ In der vergänglichen Theaterkunst sind Übergangsspielzeiten ohnehin immer wieder kleine Blütezeiten, jenseits verquerer Ambition oder ängstlicher Selbstbeschränkung.

Interessant ist, dass der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, eine so zentrale Rolle in der Pressemitteilung zur Vertragsverlängerung spielt. Sie beginnt mit den Worten: „Nach eingehender Beratung mit dem Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins...“ Nach dem Statement der Oberbürgermeisterin heißt es: „Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Intendant des Deutschen Theaters in Berlin befürwortet diese Vorgehensweise.“ Da schimmert eine gewisse Skepsis der Stadt und der Oberbürgermeisterin Henriette Reker gegenüber der eigenen Kompetenz durch; von der Kulturdezernentin ist nicht einmal die Rede.