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Zwischenruf

Zum Tod des Bühnenbildners und Regisseurs Wilfried Minks

von Detlev Baur
Der Bühnenbildner und Regisseur Wilfried Minks ist kurz vor seinem 88. Geburtstag gestorben. Er gestaltete als Bühnenbildner die prägenden Theaterjahre in den 1960ern, auch „Bremer Stil“ genannt, entscheidend mit.

Zu Besuch bei Wilfried Minks in seinem Wohnhaus in Hamburg: Stolz zeigt er eine Roy-Lichtenstein-Reproduktion, die ihn für sein berühmtes Bremer „Räuber“-Bühnenbild inspiriert hat.

Wilfried Minks ist eine Theaterlegende. Gemeinsam mit dem Intendanten Kurt Hübner und Regisseuren wie Peter Zadek, Peter Palitzsch und Peter Stein gestaltete er ab 1962 entscheidend mit, was später als „Bremer Stil“ in die Theatergeschichte eingehen sollte. Hübner hatte er bereits zuvor am Theater Ulm kennengelernt. Für Minks beinhaltet „das Bühnenbild einen Großteil dramaturgischen Denkens“ sodass „der Bühnenbildner fast auch Regisseur ist“. Anfang der 1970er Jahre begann Minks dann auch eine Laufbahn als Regisseur.

Im Jahr 2010 erhielt Wilfried Minks für sein Lebenwerk den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Für ein Interview zur FAUST-Sonderbeilage der DEUTSCHEN BÜHNE besuchten Detlef Brandenburg und ich Minks in seinem Haus in Hamburg-Winterhude. Er sprach davon, dass er die „Sprache des Stücks und die Einfälle des Regisseurs besonders plastisch“ machen wollte. „Für mich war eines wichtig: Der Raum musste eine eigene Spannung haben.“

Wir trafen damals auf einen sehr entspannten Gesprächspartner, der auch später noch einige Inszenierungen in eigenen Bühnenbildnern zeigte. Im vergangenen Jahr schuf er noch für René Polleschs "Ich kann nicht mehr" am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg eine Bühne voll großer Küken. Der Tod von Wilfried Minks ist für das deutsche Theater ein großer Verlust.

Detlev Baur